Echte Papas

Echte Papas

Der Papa-Podcast

Transkript

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00:00:09: So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Echte

00:00:13: Papas.

00:00:14: Mein Name ist Florian und an der anderen Leitung sitzt wie alle zwei Wochen mit mir.

00:00:21: Überraschung sitzt der Marco, Redaktionsleiter des Magazins Men's Health Dead und gemeinsam sind wir zwei die

00:00:27: Echten

00:00:27: Papas.

00:00:28: Papas, Papa, ich wollte schon mal was ausprobieren.

00:00:31: Öfter

00:00:32: mal was neues.

00:00:34: Was nicht neu ist, ist die Frage, mit der wir immer einsteigen.

00:00:37: Heute darf ich dir mal eine Frage stellen.

00:00:40: Und zwar würde ich ganz gerne von dir wissen, ob ihr eigentlich als Familie mal darüber nachgedacht habt.

00:00:44: Ich meine, wir beiden leben schon sehr lange in Hamburg.

00:00:48: Nicht nur schönste Stadt Deutschlands, sondern auch fast größte Stadt Deutschlands.

00:00:52: Aber habt ihr, als ihr damals euren Sohn bekommen habt, vielleicht mal überlegt, aus Land zu ziehen?

00:00:57: Manche machen das ja tatsächlich.

00:00:59: Das sie denken so von der Große Stadt mit Kind, irgendwie doof, lieber aufs Land oder aufs Plattenland.

00:01:05: Also

00:01:06: die Leute, die ich kenne, die aus Land ziehen, tun es leider eher aus Mitgründen, weil Mitte so hoch oder sowas.

00:01:14: Das ist ja doch ein Phänomen.

00:01:16: Hamburg ist übrigens die zweitgrößte Stadt Deutschlands.

00:01:18: Ich weiß, Sie haben ja nur geschrieben, die fast, ich habe gesagt, die fast größte.

00:01:22: Ja, genau.

00:01:24: Wir sind, ja.

00:01:26: Und ja, jetzt aus Land ziehen, ach, ich weiß nicht.

00:01:29: Also ich meine, wir sind ja Gott froh, dass wir so leben können, wie wir leben können.

00:01:34: und Dinge nicht eintauschen wollen.

00:01:36: Wir haben jetzt kein Kuhstall um der Ecke hier oder ein weites Feld und Kind fällt raus und kann sofort in der Eienöde verschwinden, kommt mittags wieder, holt sich was zum Essen und ist wieder weg.

00:01:49: Das wäre alles ganz schön.

00:01:50: Ich glaube, ich finde den Kontrast gut und ich bin auch gerne mal auf dem Lunchpunkt.

00:01:59: Okay, du, Flo, dann lass uns beide doch heute mal mit unseren Hörer und Hörerinnen einen Landausflug machen, und zwar zusammen mit einem Gast.

00:02:07: Guter Brückenschlag, oder?

00:02:08: Ja, toller Brückenschlag, wahnsinnig gut.

00:02:12: Ja, genau.

00:02:13: Und zwar haben wir heute den Holger

00:02:15: Wilder

00:02:16: zu Besuch, besser bekannt als Bauer Holger, der hat nämlich auch Fehmarn, einen Fähenbauernhof und ist tatsächlich in dritter Generation, also wenn man jetzt sagt, Landwirt stimmt es nicht ganz, aber... Er ist auf einem Bauernhof groß geworden und er hat auch seine Kinder auf einem Bauernhof groß gezogen.

00:02:35: Und wir schnuppern einfach mal ein bisschen Landluft mit Bauer Holger und schauen, ob deine romantische Vorstellung wirklich übereinstimmt mit dem.

00:02:44: Nee, nee, warte, da hast du mich falsch verstanden.

00:02:45: Eine romantische Vorstellung habe ich ja nicht, ne?

00:02:47: Also eine romantische Vorstellung finde ich ja in den Bilderbüchern meines Sohnes, als er noch zwei war.

00:02:52: Die kennen sicherlich viele.

00:02:54: Nein, wenn ich aus dem Punkt, den ich gemacht habe und Komma machen würde, würde ich sagen, ich glaube, es gibt da ganz viele Punkte, warum ich nicht auf dem Land leben würde.

00:03:04: Und ich kann mir vorstellen, dass Holger uns das erklärt bzw.

00:03:11: mal den Kontrast aufmacht.

00:03:13: Und vielleicht kann er uns ja auch dazu überreden, doch unzuziehen.

00:03:15: Na gut.

00:03:16: Wir haben jetzt gleich erfahren.

00:03:18: Ja, herzlich willkommen Holger bei den Echten Pappers.

00:03:21: Schön, dass du es uns geschafft hast.

00:03:23: Hallo Holger.

00:03:24: Hallo

00:03:24: Marco.

00:03:25: Hallo Florian.

00:03:26: Vielen Dank für die Einladung.

00:03:27: Ich bin ganz aufgerichtet hier bei euch.

00:03:29: Ja wir

00:03:29: auch.

00:03:29: Da weißt du mal, wie es uns geht.

00:03:31: Wir sind... Und das so geht es uns alle zwei Wochen mit der Aufregung.

00:03:35: Die Städter sprechen mit Menschen vom Land.

00:03:37: Das ist immer aufregend.

00:03:39: Okay, für uns auch.

00:03:42: Ich bin guter Dinge, dass wir das gut hinkriegen

00:03:43: hier.

00:03:44: Genau, Flo hat es ja schon anmodigiert.

00:03:45: Wir sind schon mit.

00:03:46: neben dem Thema, es geht sozusagen um Stadt und Landpapas, wobei du heute der Landpapa bist und nicht nur Land, sondern du bist ja auf dem Bauernhof sogar aufgewachsen.

00:04:00: Wir fragen uns natürlich so als Steter, wir kommen ja beide aus Hamburg, wie sieht denn so ein Leben auf dem Bauernhof aus?

00:04:05: Also auch im Vergleich zu früher und heute und ich glaube vielleicht muss man zum Anfang auch erstmal Bauernhof an sich irgendwie definieren, weil ich glaube, dass viele Zuhörerinnen und Zuhörer da unterschiedliche Vorstellungen von haben und vielleicht auch ein bisschen romantisch manchmal.

00:04:23: Ich würde da genau, die Romantik würde ich gerade mal aufgreifen, weil ich habe ja noch, ich habe ja das Bilderbuch Bild, ne?

00:04:31: Das aus den Kinderbilderbüchern im Kopf.

00:04:34: Mal gucken, ob ich das am Ende auch noch habe.

00:04:41: Das ist natürlich gleich eine sehr spannende Frage.

00:04:45: und die Eindrücke, die ihr jetzt habt, das ist auch genau das, was mir in meinem Alltag hier offen, also wir sind ja heute einen Ferienbauernhof, bei mir kannst du mit deiner Familie Urlaub machen.

00:04:55: Das ist genau das, was mir in meinem Alltag auch immer wieder entgegnet.

00:05:01: Ich glaube schon, dass man generell heute vielleicht ein sehr nostalgisches, romantisches Bild davon hat von Bauernhof.

00:05:12: Also wenn auch meine Vorstellung von Bauernhof aus Kinderbüchern ist ja irgendwie die, da sind Kühe auf der Weide und der Bauer, der macht sein Heu und dann geht er mit den Kindern raus und füttert die Hühner und das ist alles irgendwie ganz idyllisch.

00:05:28: Ich glaube, es gibt diese Welt noch.

00:05:32: Ich bin ja auch viel in der Republik unterwegs und gucke mir mal andere Höfe an.

00:05:37: Und wenn man gerade mal so kleine Betriebe sich in Süddeutschland anguckt, da findet man viel von diesem idyllischen Bild.

00:05:44: Wenn ich mir das hier bei uns vor Ort angucke, in Norddeutschland und Fehmarn ist ja von Hamburg jetzt auch nicht so föchterlich weit weg, dann... sage ich immer, ist der der Bauer von heute.

00:05:55: Die Bäuerin von heute ist in Wahrheit oftmals ein studierter Agraringenieur.

00:06:00: Und man muss immer so ein bisschen unterscheiden zwischen Bauernhof im Sinne von, das ist ein Betrieb, der Tierwirtschaft hat und einem landwirtschaftlichen Betrieb.

00:06:11: Also ich bin auf einem landwirtschaftlichen Hof groß geworden.

00:06:14: Das heißt, das war sehr sehr techniklastig.

00:06:19: Mein Vater hat also Und beziehungsweise meine Eltern haben Ende der siebziger Jahre, haben sie die letzten Kühe hier auf dem Betrieb abgeschafft.

00:06:26: Tiere sind immer sehr arbeitsintensiv, also viel Handarbeit.

00:06:31: So bin ich nicht groß geworden.

00:06:33: Also mein Vater war als Saas, als Landwirt irgendwie auf dem Trecker und auf dem Medrescher und hing nicht unter irgendwelchen Kühen.

00:06:40: Also wir sagen heute... Hört sich jetzt nicht

00:06:41: so schlimm an.

00:06:43: Nein, nein.

00:06:45: Das war auch... überhaupt nicht so.

00:06:47: Also das war, ich habe das als eine ganz spannende Zeit im Kopf und habe das auch nicht im Kopf als etwas, wo mein Vater oder meine Eltern immer an der Belastungsgrenze waren und in der Arbeit erstickt sind.

00:07:01: Ich habe das so nie wahrgenommen.

00:07:02: Also ich glaube, dass der Alltag heute technischer ist, als man ihn sich manchmal vorstellt.

00:07:08: Das war ja aber vor dreißigvierzig Jahren auch schon.

00:07:11: Welche Erinnerungen hast du denn an deine Kindheit?

00:07:14: Also du hast gesagt, du bist auf dem Bauernhof groß geworden.

00:07:16: Du hast dein Papa, dein Vater gerade in Spiegel war.

00:07:20: Du selbst hast im Vorgespräch gesagt, du hast studiert.

00:07:23: Ich gehe mal davon aus wahrscheinlich deinem Vater nicht.

00:07:26: Das heißt, da hast du ja schon im Grunde genommen.

00:07:30: Wir kommen natürlich gleich nochmal darauf, wie deine Kinder aufwachsen.

00:07:33: Aber wie bist du denn?

00:07:34: Welche Erinnerungen prägen dich noch heute?

00:07:39: Das ist tatsächlich... Ganz interessant, weil ich vor ungefähr einem halben Jahr über diese Frage sehr lange nachgedacht habe.

00:07:47: Da ist, also mein Vater lebt nicht mehr, der ist im Jahr zwei tausend zwölf verstorben.

00:07:51: Letztes Jahr hatte meine Mutter ihren siebzigsten Geburtstag.

00:07:54: und da, wie das dann so ist, als Sohn, man sagt ein paar Worte und da habe ich über die Frage lange nachgedacht, wie war das eigentlich so für mich als Kind?

00:08:03: und da habe ich versucht, ganz tief in mir zu kramen.

00:08:07: und wenn ich So darüber nachgedacht hab, was war irgendwie positiv, was war negativ.

00:08:13: Ich fang mal mit den negativen Dingen an, das war irgendwie was ich als Kind, als Jugendlicher hier immer irgendwie scheiße fand, war, Klassenarbeiten, Vokabeln lernen, Hausaufgaben machen müssen und Dinge machen, die man, die jedes Stadtkind auch irgendwie machen muss und vielleicht auch irgendwie blöd findet.

00:08:33: Ich glaube das was, was ich, was ich.

00:08:36: Gut fand das habe ich eigentlich erst jetzt auch so als Erwachsener irgendwie wahrgenommen.

00:08:42: das war wirklich also und das stellt man vielleicht sich auch so vor das war wirklich diese Freiheit die du als Bauernhof Kind als Dorf Kind hast.

00:08:51: also meine Kindheit war.

00:08:53: Fertig mit Schule Mittagessen rein raus zu den Jungs sich mit dem Fahrrad hier so lange irgendwie durchs Dorf fahren bis dir irgendeiner von den anderen über den Weg läuft und dann geht es irgendwie draußen.

00:09:05: los.

00:09:07: Das war aber, ich habe das nie als besonders wahrgenommen.

00:09:10: Das war halt immer so und da gehörte alles mit dazu.

00:09:13: Also auch der Feuerwehreinsatz, wo ich mit einem anderen Mädel aus dem Dorf aus versehenem Baum abgefackelt habe, den habe ich heute irgendwie ganz cool in Erinnerung.

00:09:22: Ich weiß, dass das damals nicht so cool war, aber das gehörte so dazu.

00:09:28: Ja und das ist...

00:09:30: Hinterher kann man über jedem Brand immer lachen.

00:09:32: Ja hinterher... Da gibt's auch welche über die würde ich heute nicht lachen.

00:09:36: Aber das war Lerndurcherfahrung irgendwie.

00:09:40: Ich glaube, dass wir als für mich auf dem Hof, das war nie so, ich hab das nie so wahrgenommen, dass ich gedacht hab, ich kann jetzt das und das nicht machen, weil meine Eltern keine Zeit haben, weil die mich da nicht hinbringen können oder sowas.

00:09:55: Die haben das alles, was wir wollten, irgendwie möglich gemacht.

00:09:58: Und du musst mal aber ehrlicherweise sagen, das ist ja auch... plus minus vierzig Jahre her.

00:10:04: Wir kannten ja vielleicht ganz viele Dinge auch gar nicht, aber das muss nicht unbedingt schlecht gewesen sein.

00:10:09: Also ich habe noch ein Bruder, der ist ungefähr fünf Jahre jünger als ich.

00:10:13: Ich kann das nur für mich sagen, ich habe die Zeit hier auf dem Hof und auf dem Dorf total geliebt und nichts vermisst.

00:10:21: Also ich erhöre raus, es ist vor allen Dingen eine smartphonefreie Zeit oder Erinnerung gewesen, ne?

00:10:28: Ja, und also das war es ja bei den Hamburger Kids vor vierzig Jahren hoffe ich auch.

00:10:35: Stimmt.

00:10:35: Aber es war auch also diese Zeit, ich weiß nicht, ob wer das noch kennt, C-六zig oder Nintendo oder so, mein Kumpel Benno im Burg in der großen Stadt.

00:10:47: Der hatte einen Nintendo und da haben wir uns alle zwei Wochen, wenn es mal passte, vielleicht mal getroffen.

00:10:55: Aber das war es.

00:10:57: Digitale Welt so das gab es irgendwie nicht.

00:10:59: das fand wirklich draußen statt und man hat sich das auch.

00:11:03: Man hat sich seine seine Sachen auch einfach gesucht.

00:11:06: also das war ja alles da was man so brauchte und es ist natürlich auch.

00:11:12: Es gibt auch viele Reize auf zum Bauernhof also da braucht man ja auch nicht lange drum rum reden.

00:11:17: natürlich stehen hier Trecker und natürlich stehen hier Autos und wenn du.

00:11:21: Das Auto von Papa da hast oder den Trecker in der Scheune stehen hast, der Schlüssel steckt und du musst nur rausfahren, um auf den Feldweg zu kommen.

00:11:29: Ja, was glaubt ihr denn, was man als zwölfjähriger macht, wenn Papa nicht guckt?

00:11:33: Natürlich sitzt man auf diesem Trecker und fährt damit dem Feldweg längst.

00:11:37: Und das war keine schlechte Kindheit, auf keinen Fall.

00:11:42: Gut, bleiben wir doch mal beim Papa.

00:11:44: Du hast gesagt, er ist jetzt leider schon gestorben.

00:11:46: Aber wenn du an ihn zurück denkst, wie hast du ihn in Erinnerung als Vater jetzt auch?

00:11:51: von zwei Söben als Vater und als Landwirt.

00:11:56: Ja, ich weiß nicht, ich habe da noch nie mit anderen darüber gesprochen, wie die ihre Väter sehen.

00:12:02: Das Erste, was mir zu meinem Vater einfallen würde, immer, der war total liebenswert und der war anders.

00:12:14: Dass die anderen hatten nichts und Vater wie ich.

00:12:19: Ich weiß aber nicht, ob das jeder von sich macht.

00:12:22: Ich weiß nicht.

00:12:23: Ihr habt ja, ich schätze, also die leckersten Bratkartoffeln, die ihr je gegessen habt, sind ja wahrscheinlich die eurer Großmütter.

00:12:29: Das war bei meiner auch so.

00:12:31: Nein?

00:12:33: Doch.

00:12:34: Oder?

00:12:35: Also, es hat doch jeder so sein, weil man es vielleicht auch gar nicht anders kennt.

00:12:39: Und bei meinem Vater war das wirklich immer so, dass ich gedacht habe, okay, die anderen haben irgendwie einen anderen.

00:12:48: Typ Vater.

00:12:50: Und ich habe zum Beispiel, also mit meinem Vater war das so, ich habe von dem, wo ich mich bewusst dran erinnern kann, zweimal Ärger bekommen.

00:13:00: Richtig Ärger.

00:13:01: Mein Vater war zweimal sauer auf mich.

00:13:04: Und er hat mir einmal eine wirkliche Standpauke gegeben.

00:13:09: Das war, weil ich weiß gar nicht, wie alt ich da war.

00:13:11: Ich weiß die Situation, aber noch ganz genau.

00:13:15: Wir sind da irgendwie reingeschlittert, ich wollte was von ihm.

00:13:17: und dann habe ich zu meinem Vater gesagt, also der hatte immer so einen Spitznamen, der hieß immer Heilemann, wir haben auch nicht Papa gesagt, ich habe immer gesagt, Heilemann, wie kann so viel Dummheit aus einem einzigen Menschen rauskommen?

00:13:30: Das habe ich meinem Vater so rums um die Ohren gehauen und da war er völlig zu Recht ja auch sauer mit mir und das hatte irgendwie Konsequenzen.

00:13:39: und das war wirklich, das war eine von zwei Situationen, das war super dosiert.

00:13:45: Und die anderen hatten irgendwie ständig Ärger mit ihren Vetern.

00:13:48: Also ich will nicht sagen, dass mein Vater das egal war, was ich oder was wir gemacht haben, überhaupt nicht.

00:13:53: Aber der hatte für alles irgendwie Verständnis und war immer irgendwie dabei.

00:13:59: Also ich glaube schon, dass der, also ich habe ihn als ein total modernen Vater wahrgenommen, auch wenn er sich dessen damals mit Sicherheit gar nicht bewusst war.

00:14:10: gar nicht so geprägt war.

00:14:11: Aber hast du ihn als eher Anwesenden oder eher Abwesendenvater wahrgenommen?

00:14:16: Weil ich denke mal, ihr habt kein vierzig Stunden Woche gehabt, schon damals nicht, aber der große Vorteil war natürlich, er konnte schon damals, ich sage mal in Anführungszeichen Homeoffice machen, weil ihr wahrscheinlich ja dort, wo ihr gearbeitet habt oder eher habt ihr auch gelebt als Familie zum größten Teil.

00:14:35: Genau, also mein Vater war schon viel unterwegs.

00:14:39: im Sinne von draußen.

00:14:41: Und dann ja nicht da.

00:14:43: Also, der ist nach dem Frühstück, ist er rausgegangen und tauchte dann zum Mittagessen irgendwie wieder auf und zwischendrin.

00:14:50: Ich weiß gar nicht, was er in der Zeit immer irgendwie so gemacht hat.

00:14:53: Ich kann Ihnen das heute nicht mehr fragen.

00:14:55: Aber was der an so einem acht oder neun Stunden Arbeitstag gemacht hat, er kann ja nicht den ganzen Tag auch ein Trecker gewesen sein.

00:14:59: Vielleicht will ich das auch gar nicht wissen.

00:15:00: Ist mir auch egal.

00:15:03: Aber also, es war so.

00:15:07: Mein Vater hat nicht unbedingt sehr viel Zeit mit uns verbracht.

00:15:14: Aber die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, die war er auch immer bei uns.

00:15:19: Also es war auch so, wenn ich, ich hatte als Junge relativ, als Kind relativ wenig Bock irgendwie offen mit meinem Vater oder mit Mitarbeiter auf dem Trecker zu sitzen und den ganzen Tag den Acker hoch und runter zu fahren.

00:15:30: Aber wenn ich das mal gemacht habe, war die Tür vom Trecker, die war immer offen und ich konnte mich einfach irgendwie, ich konnte mich neben ihn setzen und Er war dann da und er hat uns wahrgenommen.

00:15:41: Also ich finde, ich habe das so wahrgenommen, ein guter Vater definiert sich für mich nicht, aber nur für mich ganz persönlich, nicht über die Dauer, die er zur Verfügung ist, sondern was macht er in der Zeit mit mir?

00:15:57: Also ist er bei mir, macht er das, hört er mir zu?

00:16:00: Und das ist, glaube ich, das... Ja, da werden wir ja vielleicht noch zukommen.

00:16:06: Das ist auch was, was ich so meinen eigenen Kindern irgendwie mitgeben könnte.

00:16:09: Da brauchen wir nicht lange drum herumreden.

00:16:10: Ich habe einen langen Arbeitstag und den mache ich auch gerne.

00:16:14: Da bleibt an der einen oder anderen Stelle natürlich wenig Zeit vielleicht für die Kinder oder für die Familie.

00:16:19: Aber wenn die da sind, dann versuche ich auch wirklich zu hundert Prozent bei denen zu sein.

00:16:26: Das war bei meinem Vater auch so.

00:16:30: Gute Stichwort.

00:16:32: Als Hetztee ahnt, dass die Frage kommt.

00:16:34: Aber du bist natürlich dann zum Studieren nach Berlin gegangen und zurückgekommen und hast eine Familie gegründet.

00:16:39: Nach

00:16:39: Münster.

00:16:40: Entschuldigung.

00:16:41: Ich muss mal korrigieren.

00:16:42: Ach, Herr ist nach Münster gegangen.

00:16:44: Berlin Münster war neige, liegt alles nebeneinander.

00:16:50: Du bist nach Münster gegangen.

00:16:51: Verzeihung.

00:16:52: Und hast aber Politik.

00:16:53: Das habe ich mir mehr Politik studiert.

00:16:55: Das hast du vorhin gesagt.

00:16:56: Genau.

00:16:57: Gut, aber das tut nicht zur Sache, sondern es geht ja um deine Kinder.

00:16:59: Weil, bevor natürlich darauf kommen, wie du als Vater für deine Kinder halt, ne, um dann mal so eine Parallelinie jetzt oder vergleich zu ziehen zwischen dir und deinem Vater damals, weil ihr ja im Grunde genommen eigentlich beide dieselben Jobs habt.

00:17:12: Wie oder ja, wie genießen deine Kinder die selbe Kindheit wie du heute?

00:17:20: Also, wir haben festgestellt, gut, der Unterschied ist auf jeden Fall, sie haben ein Smartphone oder das Internet.

00:17:28: Ja, also die Frage nach dem Studium, um das einmal abzuschließen, das ist so lange her, ich weiß das manchmal selber nicht mehr so genau.

00:17:35: Also ich habe in Münster, Westfalen, habe ich Politik studiert und war dann nach dem Studium, habe ich versucht, einen ganz kurzen Ausflug in die reale Arbeitswelt nach Berlin zu machen.

00:17:47: Das habe ich damals in Berlin beim Deutschen Städte- und Gemeindebund vier Wochen ausgehalten und habe dann gesagt, ich will jetzt zurück, ich will irgendwie auf den Hof von Rasenmäen und Trecker fahren.

00:17:56: Die Sachen, die ich nie gelernt habe, die wollte ich dann irgendwie machen.

00:17:59: Also von daher stimmt beides irgendwie so ein bisschen.

00:18:03: Ja, also das, was ich nochmal einen kurzen Schritt zurück zu meinen Eltern oder insbesondere auch zu meinem Vater.

00:18:15: Meine Eltern haben mir nie den Weg vorgegeben.

00:18:20: Du musst jetzt, du musst diesen Laden übernehmen und du musst jetzt Landwirt werden.

00:18:25: Das ist nie gefallen.

00:18:27: Und die haben mich immer machen lassen, was ich wollte.

00:18:31: Also ich bin hier zur Grundschule und Anfang des Gymnasiums, war hier auch Fehmarn, dann bin ich nach Blöden aus der Internat gegangen, hab da mein Abitur gemacht, da bin ich nach Fehmarn zurückgegangen, hab hier mein Zivildienst gemacht und dann ist der Junge nach Münster gegangen und hat Politik studiert.

00:18:45: Das ist ja das, was man in diesem Anwendungsfall irgendwie mal gar nicht gebrauchen kann.

00:18:50: Also die einzige Kompetenz, die ich vielleicht mitgenommen habe, ich kann mich heute ganz gut rausreden, wenn irgendwas scheiße läuft.

00:18:55: Also, das ist vielleicht irgendwie aus dieser Zeit irgendwie so hängen geblieben.

00:19:01: Aber ich habe das als ein ganz hohes Gut, auch damals als junger Erwachsener schon empfunden, zu sagen, die sagen mir nicht, du musst jetzt das und das und das machen, sonst kannst du diesen Betrieb nicht führen.

00:19:14: Sondern und das ist ja wirklich, das ist über zwanzig Jahre her.

00:19:16: Meine Eltern hatten immer so ein Grund Vertrauen da rein zu sagen, lass ihn machen.

00:19:22: Am Ende wird er seinen Weg irgendwie so finden.

00:19:25: Und das ist auch was, was ich heute ganz bewusst versuche, unseren eigenen Kindern mitzugeben.

00:19:33: Also jetzt habe ich es mit unserem Großen, der ist jetzt achtzehn.

00:19:36: Mit dem haben wir es gerade einfach.

00:19:38: Der lernt gerade Landwirt.

00:19:40: Also... Unser Sohn merkt, dass was Papa hier irgendwie veranstaltet mit Bauer Holger Urlaub auf dem Bauernhof ist einigermaßen unseriös.

00:19:47: Er lernt das jetzt mal richtig.

00:19:49: Und ich denke natürlich manchmal, also die haben mir einen Betrieb mit hundertzwanzig Betten.

00:19:53: Ich habe zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier auf dem Hof, ein bisschen was in Personalführung und Tourismus wäre vielleicht nicht schlecht, wenn er Bock hat, den Laden zu machen.

00:20:02: Ich würde ihm da aber nie reinreden, weil ich, man merkt, ich merke es doch als Vater.

00:20:07: hat der Bock den Laden zu übernehmen, ja oder nein.

00:20:10: Und das würde ich im Moment für mich eindeutig mit ja beantworten.

00:20:13: Und da bin ich mir total sicher, der wird sein Weg gehen.

00:20:16: Der wird sich die Skills, die er braucht, die wird er sich irgendwo holen und dann wird das auch gut.

00:20:24: Und wir haben noch eine Tochter, die wird jetzt im Oktober sechzehn.

00:20:28: Bei der ist es irgendwie ganz anders.

00:20:30: Die ist, die hat Bock auf Sprachen und... überlegt jetzt ein Auslandsjahr zu machen.

00:20:36: und auch da ist es so, dass wir denken, wenn die Bock hat, wenn die ein Weg hat, unterstützen wir sie dabei, egal in welche Richtung das geht.

00:20:48: Aber mal zurück zur Ausgangsfrage.

00:20:51: Hatten die, also deine Kinder sind ja jetzt Teenager, fast erwachsen.

00:20:54: Wie war denn ihre Kindheit sozusagen?

00:20:56: War die noch vergleichbar mit deiner Kindheit plus Handy in der Hand?

00:21:02: Oder war das schon ... Ganz anders bei euch auf dem Dorf.

00:21:07: Nee, ich glaube, dass das schon ähnlich ist.

00:21:11: Also es ist genau wie du sagst, Marco, es ist mit die gleiche Kindheit mit Handy in der Hand.

00:21:18: Und auch da ist es... ist es ja irgendwie, die Kinder sind verschieden.

00:21:22: Also wir haben in unserem, und mit unserem Großen mussten wir noch nie darüber diskutieren, wie viel Handyzeiter denn jetzt irgendwie so braucht, weil ihnen das nie ernsthaft interessiert hat.

00:21:31: Auch heute nicht, wo er quasi ausgezogen ist.

00:21:34: Das war nie ein Thema.

00:21:35: Wenn gleich wir bei der Kleinen aufpassen müssen, dass wir die da deutlich mehr irgendwie in Schach halten müssen und das so ein bisschen dosieren.

00:21:45: Aber diese Welt... da draußen.

00:21:49: Dieses raus nach der Schule, nach dem Mittagessen rausgehen und gucken was da irgendwie Phase ist und sich seine Sachen und seine Freunde suchen.

00:21:59: Das ist genau gleich geblieben.

00:22:02: Also wir haben wenig Alltag mit, das Kind hat nach dem Mittagessen oder du holst es aus dem Hort ab und dann musst du es zum Geigenunterricht und dann ist Tanzen und dann ist dies und dann ist das und dann fährt sie so von A nach W. Das gibt es auch.

00:22:18: Aber in sehr dosiertem Maße, also die organisieren sich sehr viel mehr selber.

00:22:24: Aber es ist auf gar keinen Fall so, dass ich sagen würde, weil das Angebot hier auf dem Dorf oder Fehmarn als Insel ist ja vielleicht auch nochmal eine Besonderheit.

00:22:33: Das Angebot ist total reduziert und deshalb hängen die mehr vor digitalen Medien.

00:22:38: Das würde ich nicht sagen.

00:22:40: Das ist nicht so.

00:22:41: Okay, jetzt wissen wir, was gleich ist.

00:22:42: Jetzt würde mich natürlich auch interessieren, was anders ist.

00:22:45: Gibt es Dinge, die du bewusst anders gemacht hast in der Kindererziehung, weil du ja selbst erlebt hast, wie es ist, auf einem Hof auf dem Land groß zu werden?

00:22:53: Also aus deiner Erinnerung mit dem, was du erlebt hast, sagst du da so und mit meinen Kindern mach es jetzt bewusst anders, weil das lieb irgendwie damals nicht so gut.

00:23:03: Es gibt Unterschiede, glaube ich, zwischen dem, wie wirst du auf dem Dorf, wie wirst du auf dem Bauernhof groß und wie wirst du in der Stadt groß?

00:23:12: Wenn man jetzt... Daran festmacht.

00:23:14: also bin ich ein guter Vater wenn ich die Frage daran fest oder war ich das festmachen will.

00:23:19: wie viele Ratgeber habe ich gelesen?

00:23:20: da bin ich ein sehr schädiger Vater.

00:23:23: Ich führe aber auch das Argument an.

00:23:25: ich glaube ich habe mich nicht wirklich bemüht aber den Ratgeber zu finden.

00:23:28: wie erziehe ich ein Kind sicher auf ein Bauernhof?

00:23:32: ich weiß nicht ob es den gibt.

00:23:34: Also es gibt schon Unterschiede.

00:23:35: auf auf so ein Bauernhof lauern Gefahren.

00:23:39: Wir haben vorhin drüber gesprochen, da steht der Trecker, da steht der Rasenmäher, da stehen die Autos, die Schlüssel stecken, das ist ja alles irgendwie da.

00:23:47: Und ich bin der Meinung, du kannst die Kinder auf dem Hof nicht mit Verboten erziehen.

00:23:57: Also ich muss als Vater davon ausgehen, der Junge sitzt sowieso auf diesem Trecker, erfährt ihn eh, egal was sich dagegen tue.

00:24:06: Das hat bei uns Familienintern mit meiner Frau relativ lange zur Diskussion gesorgt, weil die anders groß geworden ist.

00:24:12: Warum sollte

00:24:13: es da anders sein als eine andere Familie?

00:24:14: Genau, warum sollte es da anders sein?

00:24:17: Ich weiß es ja aus meiner eigenen Kindheit, also ich bin mit zwölf Jahren, habe ich den neuen Audi A六 vom Vater einfach irgendwie durch den Feldweg gefahren.

00:24:25: Natürlich habe ich das gemacht, das haben die anderen auch gemacht.

00:24:28: Und ich glaube auch, dass er es wusste, was ich anders gemacht habe.

00:24:33: Mir war immer klar, es... Ich werde die Kinder daran nicht vorbei erziehen können.

00:24:38: also habe ich mir ganz oder haben wir uns ganz aktiv überlegt wie gehe ich damit um.

00:24:43: Also das ist vielleicht das ist nur meine Geschichte.

00:24:45: ich weiß nicht ob die als Ratgeber für andere irgendwie gilt aber für mich war das so.

00:24:50: ich habe da war unser so glaube da war der zehn Jahre alt da habe ich da habe ich dem ein Geschäft angeboten.

00:24:56: ich habe gesagt.

00:24:58: Ich du kannst hier ich zeige dir wie du mit allen Maschinen fährst.

00:25:03: Ich bring dir das alles bei

00:25:04: mit zehn.

00:25:05: Mit zehn.

00:25:07: Da ist er die schon alle gefahren.

00:25:09: Aber ich zeige dir wirklich, wie du mit allen umgehst und ich hatte ein Gefühl dafür, der kann auch heute mit allen Maschinen viel besser umgehen als ich.

00:25:18: Der Deal war, ich zeig dir, wie es geht.

00:25:21: Du versprichst mir, dass du nicht fährst, ohne dass ich es weiß.

00:25:26: Und mein Angebot ist dafür, wenn du es dann darfst, bezahle ich dir jeden Führerschein, egal welchen du willst.

00:25:33: Und da hat mein Sohn.

00:25:35: Also ich musste mich ja auf so ein Deal einlassen, weil ich ja wusste, er macht es sowieso.

00:25:39: Ich musste nur, ich konnte nur den Rahmen noch irgendwie für den Rahmen sorgen.

00:25:43: Und da war es damals so, das werde ich nie vergessen, der hat nicht gleich geantwortet.

00:25:49: Der kam nicht raus.

00:25:50: Geil, das mache ich.

00:25:52: Sondern da hat er gesagt, und da war er zehn Jahre alt, da sagte der zu mir, da denke ich drüber nach.

00:25:59: Und dann kam der zwei Tage später wieder zu mir und hat da ernsthaft drüber nachgedacht.

00:26:03: Vielleicht hat er auch ... mit seiner Festschwester gesprochen.

00:26:05: Ich weiß es nicht.

00:26:06: Da kam er zwei Tage später bei mir an und sagte, okay, wir machen das so.

00:26:10: Und da hatte ich einen Deal mit meinem Sohn.

00:26:13: Und seitdem glaube ich, dass wir das hingekriegt haben.

00:26:19: Der hat mich nicht beschissen.

00:26:20: Der ist nicht, also das, was so gefährlich ist.

00:26:23: Die fahren mit den Dingern, so Dorfkinder fahren mit dem Trecker einfach los, Mutprobe irgendwas und du kriegst das nicht mit und die liegen irgendwo im Grab.

00:26:31: Und das wollte ich gerne verhindern.

00:26:32: Ich wollte, dass er wirklich, also Maschinen sind gefährlich.

00:26:35: Und ich wollte, dass er wirklich versteht, wie er diese Dinger irgendwie händeln muss.

00:26:41: Und das ist, glaube ich, wirklich was, wo ich denke, okay, das hat mein Vater anders gemacht.

00:26:45: Er hat mir das einfach nicht gezeigt.

00:26:46: Ich habe mir das selbst beigebracht und das trotzdem gemacht, ist gut gegangen.

00:26:49: Aber ich will das gar nicht schönreden.

00:26:51: Das geht ja auch an anderen Stellen nicht gut.

00:26:53: Das ist gefährlich.

00:26:54: und ja, doc.

00:26:57: Klopfe ich mir ein bisschen auf die Schulter und denke irgendwie, okay, also das wird jetzt eine teure Tastetee.

00:27:01: Wir sind jetzt kurz vor Helga W. Führerschein und ich weiß nicht, was sonst noch kommt, aber das ist ein gutes Investor.

00:27:08: Das finde ich sehr, sehr spannend, weil das, was du gerade erklärst, ist eigentlich ein Stück weit, das verstehe ich zumindest auch, dass sich ja natürlich eben die beiden Welten sehr miteinander vermengen und vermischen.

00:27:21: bei euch.

00:27:22: So zuhause, ne?

00:27:23: Weil, ähm, du hältst deinen Sohn ja im Grunde genommen davon ab, mit deinem Arbeitsgerei hätten.

00:27:28: Von deinem, die du brauchst, für die Verrichtung deiner Arbeit.

00:27:32: Ihn davon abzuhalten, das, äh, ohne deine Erlaubnis zu nutzen.

00:27:36: So, das wäre im Grunde genommen, für mich als, als Homeoffice-Arbeiter so, als würde mein Sohn quasi, ne, Notebook und Device und sowas nutzen.

00:27:44: Welche Rolle spielt denn dann deiner Hof heute in eurem Familienleben?

00:27:51: Ist es?

00:27:52: Nur noch ist ja eigentlich kein klassischer Arbeitsplatz mehr, sondern eigentlich bedeutet das ja das Leben, oder?

00:28:01: Ja, die Rolle hat sich die letzten Jahre geändert und die haben wir als Familie ganz bewusst und ganz aktiv geändert.

00:28:12: Man muss sich das bei uns so vorstellen, dass es ja auf vielen Höfen so unser Bauernhaus war mitten auf dem Hof und unsere Tür war immer offen.

00:28:20: Also wenn damals Denn Leute, etwas von meinen Eltern wollten, wenn Gäste irgendwas wollten, dann sind die einfach reingekommen und haben dann vielleicht in der Küche mal gerufen, ob jemand da ist und schwupp, standen sie schon im Wohnzimmer.

00:28:34: Ich bin sehr, sehr offen mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen irgendwie so groß geworden.

00:28:41: Meine Frau ... ist ja ganz anders konditioniert.

00:28:45: Also meine Frau ist so groß geworden und das hat auch ein bisschen gedauert bei mir, bis ich geschickte, ah, das scheint der normale Weg zu sein.

00:28:51: Wenn der Nachbar irgendwas möchte, entklingelt er an der Tür und wartet, bis jemand aufmacht.

00:28:55: Kann ich diese Erfahrung als Steter sagen, macht man so, ja?

00:28:59: Ist ein praktikables Modell, oder?

00:29:01: Genau, kannte ich nicht.

00:29:04: Und war für mich auch irgendwie... Also für mich war das befremdlich.

00:29:09: Wir waren auf einmal in diesem großen Haus irgendwie... Er unter uns und ich habe also wir sind meine frauen ich sind in das in unser Bauernhaus eingezogen da waren die kinder noch nicht auf der welt und Da sind wir damit auch irgendwie klargekommen.

00:29:25: damit hat sie sich auch arrangiert aber als dann die kinder geboren wurden als das erste kind da war.

00:29:30: also es gab situationen da müsst ihr euch vorstellen Ich war quasi draußen auf dem Hof, meine Frau drinnen

00:29:37: stillt den klein

00:29:38: und irgendjemand steht dann bei dir in der Küche und will was von dir, will Waschmarken für die Waschmaschine haben.

00:29:45: Ich war ja nicht beteiligt an der Sorte dazu, also für mich war es okay, aber ich habe relativ schnell verstanden, dass meine Frau damit vielleicht so in der Form nicht einverstanden ist.

00:29:53: Und wir haben dann voll mis gemacht.

00:29:56: oder haben wir uns auch, wir haben da uns Rat von außen geholt, wir sind aus unserem Bauernhaus ausgezogen.

00:30:04: Wir sind also wir haben ein neues Haus gebaut auf dem Grundstück der Hof ist ja nicht klein und haben uns da ein ein Familienhaus hingesetzt und mit einer Haustür mit einer Klingeldraht.

00:30:15: Und das war damals es war zweitausendfünfzehn das jetzt zehn Jahre her.

00:30:20: Damals war das so, dass viele meiner Berufskolleginnen und Kollegen, also die auch aus dem Tourismus kamen, dass die gesagt haben, das könnt ihr nicht machen, ihr könnt da nicht wegziehen.

00:30:29: Der Betrieb, der geht den Bach runter und auch in der Familie war das so, könnt ihr euch das leisten und ist das der richtige Weg.

00:30:35: Also das Konzept war, wir ziehen einfach aus und unser altes Bauernhaus, das war eine riesengroße Wohnung mit zweihundertbeißig Quadratmetern, die vermieten wir einfach als Ferienwohnungen.

00:30:45: Das war das Konzept und das war... allen Unken rufen zum Trotz für uns als Familie die goldrichtige Entscheidung.

00:30:54: Also das vom ersten Tag an merken wir, das war genau der richtige Weg.

00:31:00: Das heißt, ihr habt die Grenzen einzogen quasi.

00:31:02: Genau.

00:31:03: Ich habe heute auf, also mein Weg zur Arbeit sind, weiß ich nicht, achtzig Meter.

00:31:11: Und da ist zwischen unserem Privathaus und unserem und dem Hof.

00:31:17: ist eine Gartenforte, eine unscheinbare Gartenforte und da steht privat dran.

00:31:22: Und dieser Weg ist für mich heute von unschecksbarem Wert, weil ich liebe meinen Job, ich mach den gerne, mir ist egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, aber ich möchte es in der Hand haben.

00:31:34: Ich möchte entscheiden, wann bin ich auf der Arbeit.

00:31:38: Wenn ich morgens aus dem Haus rausgehe und ich gehe bewusst auf den Hof, dann weiß ich, Willkommen in meiner Welt, jetzt bin ich Bauer Holger, ich bin für die Gäste da, ich bin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da.

00:31:49: Wenn ich Mittags zurück gehe und wir als Familie Mittag essen, dann bin ich da privat, dann findet diese Berufswelt nicht statt.

00:32:00: Ich habe hier auch bei uns zu Hause, es passiert nicht, dass ich... Ich habe hier keinen Schreibtisch, wo noch irgendwie Sachen sind vom Hof, die ich mitschleppe.

00:32:09: Ich habe auf dem Hof ein Büro, da gehe ich hin, da gehe ich zur Arbeit und ich nehme das nicht mit nach Hause.

00:32:14: Und das ist, gerade wenn Zeit eine knappe Ressource ist, Zeit mit der Familie, dann ist das total wichtig, dass, ja.

00:32:25: sich dessen auch bewusst zu sein, dass man dann für die eben auch da ist und sich ihre Geschichten anhört und nicht das vom Hof irgendwie alles mitnimmt.

00:32:32: Kann sich sicher auch so einige Städte in der Scheibe von abschneiden, würde ich mal sagen, von der Einstellung, oder?

00:32:37: Also klappt ja nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt.

00:32:40: Ja, also das kann ich mir auch vorstellen.

00:32:45: Wir haben ja viele Gäste hier auf dem Hof, das sind ja alles Familie mit Kindern.

00:32:49: Und man kommt mit denen ins Gespräch und gerade so diese Phase, so nach Corona Homeoffice.

00:32:54: Ja, nein, dass das Spannungsgeladen sein kann.

00:32:58: Das kann ich total verstehen.

00:32:59: Aber es war auch ein gewisser Leidensdruck.

00:33:02: Und also der Schritt für uns war gut.

00:33:04: Der hat aber auch viel Kraft gekostet.

00:33:06: Das muss man auch ehrlicherweise sagen.

00:33:07: Also bis ich für mich soweit war, dass ich das akzeptieren konnte, zu sagen, okay, das wird gut sein, dass wir da nicht.

00:33:13: Ich habe das ja nie anders kennengelernt.

00:33:15: Ich war immer mittendrin.

00:33:17: Das hat schon ein bisschen gedauert.

00:33:19: Und heute das zuletzt dazu unsere Kinder, also ich, ich glaube, sechzehn Quadratmeter Kinderzimmer mit Südbalkong sind nicht das schlimmste, was man irgendwie so haben kann.

00:33:31: Die halten uns heute, das man nicht mal vor hat, das ist total langweilig, finden, dass wir da ausgezogen sind in Bauern aus.

00:33:36: Und wenn sie den Laden irgendwann mal übernehmen, dann zieht das erste, was sie machen, sie zieht da auf jeden Fall wieder ein.

00:33:42: Also.

00:33:43: Mal sehen, in welche Richtung das geht, das sollen wir entscheiden, nicht ich?

00:33:46: Genau, da sprechen wir uns sicher in zehn Jahren vielleicht noch mal, wäre schön.

00:33:50: Holger, Philipp, meine nächste Frage muss ich mal die Klischeeschublade aufmachen.

00:33:53: Also Familien auf dem Land wird ja oft nachgesagt, dass sie nicht, ich sag mal nicht so progressiv sind, die die Städter.

00:34:00: Wem findest du das jetzt mit deiner Erfahrung gerade auch im Hinblick auf die Beteiligung der Väter am Familienleben?

00:34:06: Da hat sich ja in den letzten Jahren, wenn ich Jahrzehnten, doch so einiges getan.

00:34:10: Bist ja auch im Austausch mit anderen Väter wahrscheinlich.

00:34:14: Ja, ich glaube, dass das wirklich ein Griff in die Klischeeschublade ist und die wird in Hamburg, glaube ich, genauso zu öffnen sein wie auf der Insel auch.

00:34:31: Man kann das nicht verallgemeinern.

00:34:32: Also wenn ich mir meine Gäste angucke, so, ich bin jetzt, ich bin jetzt, äh, Und wir haben heute viele Gäste, Leute auf dem Hof, die deutlich jünger als Eltern, die deutlich jünger sind als ich.

00:34:44: Die kommen mit kleinen Kindern hier irgendwie her.

00:34:45: Und wenn ich mir die heute angucke, wenn ich den Klamottenstil von denen bewerte und sehe, da steht eine junge Mutti mit Gummistiefeln, die sind so knöchelhoch und reißverschluss.

00:34:54: Da stehe ich als, sag mal, alter weißer Mann daneben und wundere mich und denke, das ist doch nicht der Sinn von Gummistiefeln, da bin ich froh in meiner... vielleicht etwas nostalgischen Welt irgendwie unterwegs zu sein und halt einen grauen Gummistiefel zu haben.

00:35:10: Aber das ist doch bei euch, das ist doch in Hamburg oder Berlin oder wo auch immer ist das doch, glaube ich, genauso.

00:35:15: Also es ist immer die Frage, mit welchen Menschen umgibt man sich hier.

00:35:23: Also es gibt in Burg, in der Innenstadt gibt es so ein kleines Kaffee.

00:35:32: Das Kaffee liebevoll, grüße an Marco gehen raus, da wird abends gekickert.

00:35:36: Ja, da trefft, na, es gibt eine Kicker-App, da kommen irgendwelche Hamburger, die einen Wochenende hier sind, mit denen trifft man sich da.

00:35:41: Und dann stehst du abends an einen Kicker mit wildfremden Menschen.

00:35:44: Und wenn du bereit bist, dich den zu öffnen und Bock hast, mit denen ins Gespräch zu kommen, dann geht das auch.

00:35:49: Dann kommen Offenkeats nach Hamburg, da macht man das auch so.

00:35:54: Nach Hamburg, weißt du, wie weit das ist?

00:35:56: Wenn ich das mal ganz kurz sagen darf, ich hab ja nicht so viel mit steht dazu zu tun, aber jemand, der in Hamburg wohnt mit einem Berliner-Aksent ist, finde ich, Affengeil.

00:36:04: Ich bin super.

00:36:05: Ich bin zugezogen.

00:36:06: Das

00:36:07: hört man gar nicht.

00:36:09: Also, jeder ist, ich glaube schon, es gibt hier die Progressiven genauso wie die, die das vielleicht nicht so in sich haben.

00:36:20: Man kann das nicht verallgemeinern.

00:36:22: Also ganz bestimmt nicht.

00:36:27: Einmal die Woche habe ich so ein, das ganz klassisch, habe ich so ein Herrnabend, da treffe ich mich mit meinen Jungs in der Kneipe und das machen wir seit, weiß ich nicht, seit zwanzig Jahren jede Woche und da sind ja nicht nur irgendwie Bauern bei und wir reden nicht nur über Wahlen und Politik, sondern da sitzen auch Lehrer und alles andere möglich hier irgendwie dabei.

00:36:44: Und da geht es darum, was unsere Kinder machen, genauso wie um die Frage, wie der Acker bestellt wird oder sowas.

00:36:53: Ich glaube, wir sind da nicht anders als die Städter auch.

00:36:56: Okay, ich mach die Schublade sofort wieder zu und leite über zu Florian, der die nächste Frage stellt.

00:37:03: Das ist ja trotzdem ganz spannend, weil das, was du ja, also gut, du hast jetzt Dinge beschrieben, die wir als Städter sicherlich auch kennen.

00:37:13: Andererseits würde mich mal interessieren, was sind denn so die Herausforderungen für Familien auf dem Land?

00:37:18: Also

00:37:21: wo gibt es echt Unterschiede?

00:37:23: Also, ich meine, du hast es ja eingangs, du hast ja schon sehr viel beschrieben.

00:37:27: Aber wenn man es nochmal auf den Punkt bringt, was können wir uns nicht vorstellen?

00:37:35: Also, was wirklich ein Thema ist, sind Strecken.

00:37:42: Wenn du einen Teil habe.

00:37:45: Also, wenn du selbst oder auch deine Kinder, wenn du möchtest, dass deine Kinder Teilhabe genießen können.

00:37:53: dann musst du bereit sein, sie von A nach B zu kutschieren.

00:37:59: Und das bedarf Zeit und das bedarf auch finanzielle Ressourcen.

00:38:04: Und dabei kann man nicht lange drum herumreden.

00:38:07: Also Teilhabe ist aufwendig, wenn du auf dem Dorf wohnst.

00:38:10: Na, ich gebe euch ein Beispiel.

00:38:13: Also meine Tochter, also wenn die, die muss zum Kieferschirur, ja, der Kieferschirur oder zum Kieferautokäden, der Kieferautokäde sitzt in Lübeck.

00:38:23: Das bedeutet, wir müssen mit den Mädeln alle zwei, drei Monate vom Fehmarn mit dem Auto nach Nürnberg fahren.

00:38:29: Und das sind neunzig Kilometer.

00:38:32: Das kostet drei bis vier Stunden.

00:38:35: Dann stehst du gerne nochmal irgendwie im Stau.

00:38:38: Teilhabe bedeutet Strecke und das ist anstrengend.

00:38:41: Das ist anders als in der Stadt.

00:38:47: Und das kann sich auch nicht jeder leisten.

00:38:50: Und deshalb ist es auch wichtig, dass man auf dem Land sich gut vernetzt, diejenigen mitnimmt, die das nicht mal eben machen können, sich gut organisiert, also sich in ob das Fahrgemeinschaften oder was auch immer sind.

00:39:05: Also es gibt bei uns, es gibt so eine Dorfvots-App-Gruppe, wenn einer mal, wenn du Kartoffeln brauchst, dann fragt einer in der Dorfvots-App-Gruppe nach Kartoffeln, weil du gerade keinen Bock hast irgendwie drei Kilometer nach Burg zu fahren.

00:39:18: Das ist schon, das ist ein Riesenunterschied und kann für manche auch eine Belastung sein.

00:39:25: Das andere, was es auch nicht gibt, dass man sich vielleicht nicht so vorstellen kann, du bist auf dem Dorf nicht anonym.

00:39:34: Das geht nicht.

00:39:36: Wir achten aufeinander.

00:39:38: Also ich habe ja... aus manchen meiner kumpels und freuten von früher ist ja auch irgendwie was geworden.

00:39:43: die haben seriöse jobs irgendwie in den städten und wohnen irgendwie mit hundert anderen leuten in irgendeinem haus und ich habe das gefühlt die können viel anonymer leben als wir.

00:39:53: wenn du hier auf den dorf wenn du da irgendwo hinziehst und dich bei deinen nachbarn nicht vorstellt dann dauert das drei tage dann stehen die nachbarn bei dir und laden sich bei dir zum kaffee ein und das ist ja fluch und sägen zugleich.

00:40:06: also du Du bist darauf angewiesen auf die anderen und man achtet auch aufeinander.

00:40:12: Und das ist, glaube ich schon, das ist ein großer Unterschied.

00:40:16: Aber dieses gesehen werden kann natürlich auch anstrengend sein.

00:40:21: Also das ist ja auch nicht jedermanns Sache.

00:40:23: Und ja, das ist also, wenn man so oft aufs Dorf ziehen will, dann sollte man sich diese Sachen, denen sollte man sich sehr bewusst sein, zu sagen, Teilhabe bedeutet Zeit und Strecke.

00:40:35: Und du bist auch hier auf dem Dorf garantiert nicht alleine.

00:40:40: Sehr valide Punkte.

00:40:42: Habe ich verstanden.

00:40:44: Kannst du dir doch mal durch den Kopf gehen lassen, Florian.

00:40:47: Gut, ich habe noch eine letzte Frage.

00:40:50: Holger, vielleicht nicht die allerletzte, aber wir neigen uns so langsam im Ende.

00:40:55: Und zwar würde ich ganz gerne mal einen Ausblick haben von dir, für uns und auch für unsere Hörer und Hörerinnen, bezüglich der Zukunft deiner Kinder.

00:41:03: Was wünschst du dir?

00:41:04: Ich meine, die sind jetzt Jahr fünfzehn und achtzehn.

00:41:06: Du entlässt sie ja bald ins Leben aufs Land oder vielleicht auch in die Stadt.

00:41:10: Man weiß es noch nicht so genau.

00:41:12: Der Sohn hat ja schon mal in der Richtung eingeschlagen, mit seiner Ausbildung zum Landwirt.

00:41:15: Aber das heißt ja nicht, dass das so bleibt.

00:41:18: Also auch mit Blick auf Rollenbilder und Gleichberechtigung und Teilhabe.

00:41:22: Was wünschst du dir für deine Kinder in den nächsten, sagen wir mal, zehn Jahren?

00:41:29: Ich wünsche mir das, was sich wahrscheinlich alle Eltern für ihre Kinder wünschen.

00:41:32: Ich wünsche mir wirklich, dass die mit dem, was die machen, zufrieden sind.

00:41:37: Was die machen, ist mir total egal.

00:41:41: Und das ist manchmal gerade auch für meine Mutter irgendwie sehr schwer zu verstehen.

00:41:45: Ich mache meinen Job hier auf dem Hof, mache ich total gerne.

00:41:49: Ich liebe den und lebe dafür.

00:41:51: Ich kann aber verstehen, dass meine Kinder und so erziehen wir sie ja auch, dass die einen ganz anderen Weg einschlagen.

00:41:59: Mir ist wirklich egal, welchen Weg die gehen, solange er sich in einem rechtlich sauberen Bereich und in einem Bereich befindet, der sie zufrieden macht.

00:42:12: Was immer das bedeutet.

00:42:15: Wichtig ist mir in dem Zusammenhang, dass mir klar ist, wenn einer von den beiden meinen Job hier machen will.

00:42:23: dann müssen die das wirklich wirklich wollen und es ist egal was die vorher gemacht haben.

00:42:27: Jetzt sieht es bei uns derzeit so aus als hätte der große Bock das zu machen.

00:42:30: Darüber freue ich mich sehr.

00:42:33: Aber ich gehe immer noch davon aus, dass es sein kann, dass sie es nicht machen, weil aus diesen ganzen Punkte, die wir vorhin angesprochen haben, auch Teilhabe und sowas.

00:42:42: Das Leben auf dem Dorf ist schön, aber das ist ja auch nicht immer einfach und das muss man wollen.

00:42:49: Deshalb ist mir das total wichtig, deshalb unterstützen wir die auch in allem, was sie irgendwie machen.

00:42:56: Wir lassen sie alles irgendwie ausprobieren, um für sich den richtigen Weg irgendwie zu finden, mit sich da im Rhein zu sein.

00:43:03: Was mir auch total wichtig ist, da bin ich vielleicht auch ein bisschen durch meine Eltern, insbesondere durch meine Mutter, auch irgendwie geprägt.

00:43:14: Mir ist wichtig, dass die... dass die der gesellschaft auch irgendwie was zurückgeben.

00:43:19: also auch da brauchen wir irgendwie nicht lange um heißen brei herum zu reden.

00:43:23: uns geht es hier sehr gut.

00:43:26: wir konnten also corona war so ein stichwort homeschooling war für viele irgendwie die hölle.

00:43:33: wir konnten uns die zeit nehmen unsere kinder da gut durchzubringen.

00:43:39: das das ist das begreif ich als ein luxus den man irgendwie hat und den hat nun mal nicht jeder und Das ist mir wichtig, denen das auch mit irgendwie auf den Weg zu geben, dass das schon sehr besonders ist, wie sie hier groß werden und dass sie das auch als Stärke irgendwie verstehen und nutzen.

00:43:58: Also ganz egal, was das ist und wo das ist, aber das ist mir ganz elementar wichtig, dass sie aufeinander achten, dass sie oft auf die anderen achten, die drumherum sind, nur so funktioniert.

00:44:10: Also wenn wir nicht wollen, dass die Dörfer ausbluten.

00:44:12: dann müssen wir die alle, wie sie da sind, wir müssen die mitnehmen.

00:44:15: Sonst werden die Dörfer einfach, die werden alt und keine achtet mehr auf sie.

00:44:20: Und wir müssen das Leben auf dem Dorf selber attraktiv halten, wir müssen dafür was tun.

00:44:26: Und ich muss einmal noch mal kurz nachfragen, weil daran, darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, dein Vater, weil er Landwirt auf dem Hof, du auch, wirst du die zweite Generation wahrscheinlich nicht, oder?

00:44:35: Nee, ich bin die dritte Generation, aber man muss eher ehrlicherweise sagen, ich bin kein Landwirt.

00:44:42: Also, Bauer Holger ist eine Marketingnummer.

00:44:45: Ich bin Touristiker.

00:44:46: Ich verkaufe hier ein Gefühl.

00:44:48: Mein Ziel ist, Typen wie euch mit euren Familien hierherzukriegen und euch ein Gefühl von Landurlaub zu geben.

00:44:54: Das ist mein Job.

00:44:56: Die landwirtschaftlichen Flächen hier auf dem Hof habe ich aktuell verpachtet.

00:44:59: Aber wenn mein Sohn jetzt das steht und also das wäre dann die vierte Generation und es bahnt sich grad so ein bisschen an, dass der sagt, Papa, das ist... Das machen wir irgendwie anders, der Acker kommt wieder zurück zum Hof und wir bewirtschaften den selber.

00:45:12: Sondern das machen, wenn er da Bock drauf hat und sehr gerne ist er mir da herzlich willkommen.

00:45:17: Also ich bin jetzt die dritte Generation und die vierte schad jetzt ein bisschen mit den Hufen.

00:45:23: Wir bleiben mal bei der romantischen Vorstellung, dass du Landwirt bist.

00:45:28: Aber wenn, wenn jetzt heute jemand kommen würde und sagen würde, du, Herr Holger, wie sieht es denn aus, wollen wir mal tauschen?

00:45:34: Ich, du, du kommst nach Hamburg oder in die Großstadt und ich gehe aus Land und wir tauschen mal.

00:45:40: Würdest du das, würdest du es tun?

00:45:42: Würdest du es für ein paar Tage tun?

00:45:43: Würdest du es für immer tun?

00:45:45: Ja, würde ich machen.

00:45:48: Für immer?

00:45:50: Also können wir sofort, wir beide, ich finde das in dein Büro super und auch in Markus' Kiste.

00:45:54: In Markus' Kiste würde ich unheimlich gerne mal irgendwie sitzen.

00:45:57: Können wir machen, eine Woche reicht.

00:46:00: Okay, das ist ein Wort, eine Woche.

00:46:03: Ich muss ja dann auch gucken, also ihr werdet ja hier auch irgendwas verunstaltet haben.

00:46:07: Also da ist ja irgendwie, dann haben ja irgendwie die Schweine auch das Futter von den Schafen bekommen und ich weiß nicht wie eure...

00:46:12: Ja, Hauptsache sie leben am Ende.

00:46:16: Das sagt der Bauer immer, am Ende kack die Kuh.

00:46:19: Also wir können also sehr gerne tauschen, bin ich total offen.

00:46:25: Aber würdest du Urlaub in der Großstadt machen wollen, um... Einfach auch mal ein Kontrast zu bekommen, bei meistens nutzt man ja Urlaub eben, um auch Kontrast zu kriegen.

00:46:39: Die Urlaube, die wir mit unseren Kindern gemacht haben, die landeten auf Wunder relativ häufig auf Bauernhöfen.

00:46:46: Meine Kinder wollten relativ oft Urlaub auf dem Bauernhof warten.

00:46:52: Das haben wir häufig gemacht.

00:46:56: Die Kinder sind groß, meine Frau und ich... üben jetzt gerade mal Urlaub alleine ohne die Kinder zu machen.

00:47:02: Auch da müssen wir uns wieder ein bisschen dran gewöhnen.

00:47:08: Stadt strengt mich an.

00:47:10: Ich bin das nicht gewohnt.

00:47:11: Also so, ne, meine Tochter ist vor drei Wochen, ist sie von Hamburg aus da am Zopf, ist sie mit einem Reiseveranstalter nach Spanien gefahren mit dem Bus.

00:47:21: Da hab ich sie morgens um halb sieben, Samstagmorgen halb sieben, hab ich sie am Hauptpark irgendwie rausgelassen.

00:47:27: Das würd ich aber auch, also das ist schon so.

00:47:29: Das hast du gemacht,

00:47:30: das würd ich niemals tun, das ist ja lebensgefährlich.

00:47:33: Das ist unsere

00:47:34: Frage.

00:47:35: Aber da gehen wir Landeier mit einer gewissen Tollpatschigkeit rein und gucken uns das an.

00:47:41: Also da haben wir keine Angst vor in dem Sinne, aber das ist eine ganz andere Welt.

00:47:45: Also ja, also diese Welt, diese schnelle Welt, gerade wenn so viele Menschen um einen herum sind, das strengt mich an.

00:47:55: Aber das heißt nicht, dass ich das nicht, dass ich das nicht machen möchte.

00:47:58: Also ich bin, ich weiß nicht, ob es euch aufgefallen ist.

00:48:01: Ich sehe vielleicht deshalb auch so granatenmäßig gut erholt aus.

00:48:03: Ich war gerade im Urlaub.

00:48:05: Ich bin gerade mit, ich habe so eine Truppe, ein paar Jungs, mit denen mache ich einmal im Jahr eine Fahrradtour und wir sind gerade irgendwie achthundert Kilometer mit dem Fahrrad durch die Basuren gefahren.

00:48:14: Und das ist eher so mein... Also, durch irgendwelche Dörferfahren, irgendwelche abgeheifterten Landgashilfe entdecken und versuchen mit Leuten da ins Gespräch zu kommen, das ist eher so mein Urlaubs-Konzept.

00:48:26: Aber du kannst mich auch, wenn du sagst, wir wollen jetzt eine Woche an Pool All Inclusive, ist warm und ich muss mich um nichts kümmern, auch das geht.

00:48:33: Aber zwei Wochen Hamburg, ja, reicht auch für zwei Stunden.

00:48:41: Kommen wir zur letzten Frage Flo, oder?

00:48:43: Ja

00:48:43: genau, weil Musik gibt es ja überall und das ist ja das Schöne, das ist ja quasi eher so eine Weltsprache.

00:48:52: Wir haben eine echte Papas Playlist aus Spotify und die erweitern wir von Gesprächspartner zu Gesprächspartner in und wir möchten dir auch die Möglichkeit geben, da mal einen Musikwunsch zu hinterlassen, den wir da drauf tun.

00:49:08: Musik sein, die du heute morgen im Radio hört hast oder als du deine Tochter morgens um sieben am Hamburger Zopp-Abgeliefert hast.

00:49:17: Irgendwas, was auch immer

00:49:19: du möchtest.

00:49:19: Oder die Musik, die bei euch mit Schweine steil läuft vielleicht.

00:49:22: Oder so.

00:49:22: Kriegst

00:49:23: du?

00:49:23: Kriegst du?

00:49:23: Kriegst du?

00:49:23: Kriegst du?

00:49:24: Kriegst du?

00:49:24: Kriegst du?

00:49:24: Kriegst du?

00:49:24: Kriegst

00:49:25: du?

00:49:25: Kriegst du?

00:49:25: Kriegst du?

00:49:25: Kriegst du?

00:49:25: Kriegst du?

00:49:26: Kriegst du?

00:49:26: Kriegst du?

00:49:26: Kriegst du?

00:49:27: Kriegst du?

00:49:27: Kriegst

00:49:27: du?

00:49:28: Kriegst du?

00:49:29: Mein Vater hat das früher gemacht, im Stall lief Fußball.

00:49:34: Der Hintergrund war, wenn die Kühe Menschenstimmen hören, sind sie entspannter.

00:49:38: Es war wirklich so, im Kuhstall lief Radio und gerne sprechstimmen.

00:49:42: Das war nicht unüblich.

00:49:47: Schon lange der Lieblingssong meiner Tochter und mir ist Kokain von Hannes Wader.

00:49:51: Den nehmen wir aber nicht auf diese Playlist.

00:49:53: Das

00:49:54: geht um die Eltern, nicht um die Kinder.

00:49:58: Den hören wir sehr oft und singen ihn gerne mit.

00:50:01: Aber der gehört da nicht rauf.

00:50:02: Also es gibt ein Song, der mich tatsächlich auch schon einige Jahre begleitet.

00:50:07: Kommt aus dem Jahr, ich glaube, im Jahr two-tose-fünfzehn von Wolfgang Müller.

00:50:11: Der hat mein Album gemacht auf die Welt, heißt das.

00:50:14: Und da gibt es ein Song später gern.

00:50:17: Ich weiß nicht, ob ihr den kennt.

00:50:18: Wolfgang

00:50:19: Müller aus Hamburg natürlich.

00:50:20: Wer kennt die nicht?

00:50:21: Wer kennt die nicht?

00:50:22: Ich habe ihn schon

00:50:23: sehr häufig live gesehen.

00:50:24: Toller, toller Musiker.

00:50:25: Muss man echt sagen.

00:50:26: Also wirklich toller Musiker und er hat ein Song gemacht, später gern.

00:50:29: und da geht's so darum, der Vater arbeitet irgendwie, der Junge kommt an und sagt, komm wir gehen, kicken und Papa sagt ja, wir machen später, machen wir das.

00:50:39: und durch die ganzen Strophen ist, Papa hat immer irgendwas, der Sohn fragt immer wieder die gleiche Frage und Papa hat immer andere Ausreden und in der letzten Strophe ist der Junge einfach, der Sohn ist nicht mehr da, weil er erwachsen geworden ist und weil sein Leben irgendwie, also er ist... Jetzt sagt Papa, jetzt will er kicken, er hat das begriffen, es ist irgendwie vielleicht ein bisschen spät, der Sohn hat sein eigenes Leben und selbst in dem Moment, wo sie zueinander finden, sagt Papa Augenblick, ich hole den Ball.

00:51:10: Also auch und das ist so ein Song, der mich...

00:51:13: Schönes Lied.

00:51:14: Ja, der mich immer wieder begleitet hat und ja.

00:51:18: finde ich auch

00:51:19: super Song Auswahl.

00:51:20: Also dieses Lied kommt auf die echte Pappers Playlist von Spotify, die ihr abonnieren könnt, genauso wie diesen Podcast natürlich.

00:51:27: Jetzt kommt ein bisschen Werbung in eigener Sache.

00:51:29: Holger, also abonniert unseren Podcast, hört ihn, bewertet ihn, sagt es weiter und wenn ihr eine E-Mail schreiben wollt, weil ihr euch Beschweren möchtet oder Lob habt, dann schreibt uns eine E-Mail.

00:51:40: und wohin diese E-Mail geht, weiß wie immer der Flo.

00:51:43: Genau, die Beschwerden gehen direkt in den Mülleimer und das Lob nehme ich natürlich gerne entgegen an podcast.dechterpapas.de.

00:51:50: Genau, und wo wir gerade schon so ein bisschen Werbung machen für uns, einmal auch die Frage an dich Holger, wenn man noch mehr über Bauer Holger wissen will.

00:51:58: gibt es irgendwelche Social Media Kanäle, auf denen man dir folgen kann, wie dein Alltag so ist, wie du bei den Schweinen bist oder auch einfach nur entspannt hinter dem Zaun.

00:52:10: Ja, es gibt es, also auch hier auf der Insel gibt es Instagram.

00:52:14: Wir sind auf Instagram und einen anderen einschlägigen Medien unterwegs.

00:52:19: Unter bügelfarmen-phemern findet man uns oder websitewgwbügelfarm.de.

00:52:24: Da gibt es jede Menge Ponyhof, jede Menge Schweinereien und auch Fidulaub.

00:52:29: Okay, das mit den Schweinereien, das übersetzen wir jetzt mal.

00:52:31: Es geht um wirklich Schweinereien.

00:52:33: Also richtig um Schweine und nicht um

00:52:34: richtige Schweine.

00:52:36: Gut, muss man als Disclaimer lieber immer dazu sagen, weil könnte ja missverstanden werden und wir wollen ja nicht auf dem Index landen.

00:52:43: So, dann entlassen wir dich mal wieder zu deinen Schweinen und zu deinen Feriengästen.

00:52:48: Vielen, vielen Dank.

00:52:48: Ja, dass du da warst.

00:52:49: Ja, war sehr erholsam auch für die Ohren, oder?

00:52:51: So ein bisschen Urlaub für die Ohren war das heute schon.

00:52:53: Das

00:52:54: war Landurlaub für die Ohren.

00:52:56: Genau.

00:52:57: Cool.

00:52:57: Ich bedanke mich für die Einladung, Jungs.

00:52:59: Das hat mir große Freude bereitet.

00:53:01: Vielen Dank.

00:53:01: Gerne, mach vorbei.

00:53:03: Genau, das Gleiche gilt natürlich auch für dich.

00:53:05: Also, obwohl zwei Stunden in Hamburg ist, vielleicht steht nicht im Verhältnis, gut.

00:53:08: Nächsten

00:53:08: Samstagmorgen am Sopp.

00:53:11: Wir

00:53:11: sehen uns in Hamburg oder auf Femern und alle anderen Hürden, gehoffentlich in zwei Wochen wieder mit einem neuen Gast.

00:53:16: Bis dahin.

00:53:17: Tschüss.

00:53:17: Tschüss.

Über diesen Podcast

Der Podcast der Echten Papas ist die Anlaufstelle für alle Väter – und die Menschen, die es werden wollen! Wir, Marco vom DAD Mag und Florian, sprechen offen über die Freuden, Herausforderungen und Konflikte des Vaterseins und geben Impulse für Veränderung. Mit spannenden Gästen wie Müttern, Vätern, Experten und Coaches setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der Väter ihre Rolle selbstbewusst und aktiv leben können.

Von Vereinbarkeit und mentaler Gesundheit bis hin zu Erziehung und Väterrechten – wir sind die Stimme für moderne Väter und ihre Themen. Werdet Teil unserer Community, hört rein und bewegt mit uns die Väterwelt!

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