Echte Papas

Echte Papas

Der Papa-Podcast

Transkript

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00:00:08: Herzlich Willkommen zu einer neuen, vierzehntägigen Folge Echte Papas.

00:00:14: Mein Name ist immer noch Florian.

00:00:17: Ich bin auch zwanzig in meiner Rolle als Host beim Echte Papas Podcast.

00:00:23: Freue mich drauf und freue mich natürlich auch auf mein Kompagnon.

00:00:28: Dein Tonfall hört sich so an, als würden wir sechsundzwanzig jetzt so seriös werden.

00:00:33: Ich weiß nicht, ob ich dieses Versprechen halten kann.

00:00:35: Wer weiß,

00:00:35: was noch kommt.

00:00:37: Gar auf der anderen Leitung sitzt, jedenfalls oder an der anderen Leitung sitzt, der Makro-Redaktionsleiter des Magazins Mensch als Dad.

00:00:44: Und gemeinsam sind wir die

00:00:46: echten

00:00:47: Papas.

00:00:48: Oder das ändert sich, dass wir jetzt nicht dieses Schlachtruf weglassen.

00:00:53: Kannst einen Ruf draus machen, Schlachten würde ich jetzt nicht.

00:00:55: Kannst du noch so seriös sprechen?

00:00:57: Woher hast du diese Nachrichtensprecherstimme plötzlich?

00:01:00: Ich

00:01:00: habe gedacht, wir müssen mal so ein Stück weit unser Level heben.

00:01:04: Wir müssen mal ein bisschen... bisschen seriöser werden.

00:01:06: Ja, genau.

00:01:07: Schon allein siehst du, wir haben eine Uniform an.

00:01:10: Und wenn man eine Uniform trägt, dann hat man, dann ist man plötzlich in einer ganz neuen Rolle und die kostet sich natürlich jetzt voll aus.

00:01:18: Okay, es ändert sich viel, im Jahr zwanzigundzwanzig, aber was sich nicht ändert ist, ist, dass einer dem anderen immer eine Einstiegsfrage stellt.

00:01:24: Genau, apropos Frage.

00:01:27: Marco wurden in der Vergangenheit und auch als du Kind warst, ja auch du warst Kind, Wurden da alle deine Bedürfnisse?

00:01:38: Immer befriedig, sofort auf den Punkt.

00:01:41: Kein Marko,

00:01:43: was denkst du denn?

00:01:45: Nein, wenn Erwachsene reden haben, Kinder ruhig zu sein oder still zu sein, das war die Wiese, mit der ich aufgewachsen bin.

00:01:52: Okay, spannend, weil ich habe nämlich vor kurzem da so ein Artikel gelesen von Tillmann Prüfer.

00:01:58: Zeitredakteur unter anderem.

00:02:00: Den hatten wir auch vor drei Jahren schon mal oder vor zwei Jahren auch schon mal bei uns hier in unserem echte Pappers Podcast.

00:02:06: Und er hat mal aus einer sehr kritischen Warte über das Thema bedürfnisorientierte Erziehung geschrieben.

00:02:14: Ja, genau.

00:02:15: Oder auch Attachment Pairing, oder?

00:02:16: Ja, genau.

00:02:17: Der heißeste Scheiß in der Kindererziehung, also meine Eltern haben davon noch nie was gehört, aber und tatsächlich, als meine Kinder klein waren, war das auch noch nicht so heiß diskutiert, aber inzwischen geht ja nichts ohne bedürfnisorientierte Erziehung und so die Bindungsorientierung und da spricht ja jeder von und alle wollen sich daran halten.

00:02:37: und vor allen Dingen in Bindung, also nicht nur bedürfnisorientiert, sondern aber auch bindungsorientiert und wie viel Fokus eigentlich ja dann auch auf den Kindern liegt und welche Probleme eigentlich das Ganze mit sich bringt.

00:02:50: Genau.

00:02:51: Du hast mir den Artikel gegeben, ich habe ihn dann natürlich auch verschlungen und er ist relativ kritisch.

00:02:55: und er ist auch aus gutem Grund relativ kritisch, weil halt ja, die bedürfnisorientierte Erziehung ist richtig und wichtig, aber man darf sie trotzdem nicht so als blau.

00:03:05: Pause nehmen.

00:03:06: Also, man kann es auch übertreiben, sage ich mal so, oder?

00:03:08: Und hat auch der Tillman im Artikel geschrieben, aber das kann er uns am besten selbst sagen.

00:03:14: Wird auch,

00:03:15: weil er ist jetzt hier.

00:03:16: Hey, Überraschung.

00:03:18: Gut, dann freue ich mich, dass wir mit Tillman über das Thema Bedürfnis orientierte Erziehung und über viele andere Themen heute sprechen können.

00:03:26: Ja, hallo, Tillman.

00:03:29: Schön, dass du wieder bei uns bist, bei den echten Papas.

00:03:32: Willkommen.

00:03:33: Hallo, schön, dass ich mir wieder bei euch sein darf.

00:03:37: Thema.

00:03:38: Vor zwei Jahren ungefähr, glaube ich, zur selben Zeit warst du schon mal bei uns.

00:03:43: Du leitest das Familienressort zusammen mit der Carla Braum und genau aus dem Grund Familienressort.

00:03:51: Schreibst du natürlich sehr viel über das Thema Familie, Alltag.

00:03:53: Du hast auch eine Kolumne, prüferst Töchter und kennst du oder kannst du dich an einem Moment in All?

00:04:01: dem deiner Zeit als Vater erinnern.

00:04:05: Das Thema Bindung zwischen Eltern und Kinder lässt dich ja nicht mehr los, oder?

00:04:10: Ja, das Thema Bindung, das ist ein ganz massives Thema, das ist das grundlegendste Thema, was irgendwie die Frage, was verbindet Eltern und Kinder?

00:04:21: Ich war selbst ganz überrascht, als ich das erste Mal ein Kind bekam.

00:04:29: Und da war ich twenty-fünf, ich war... Ganz, ganz schlecht darauf vorbereitet, weil ich muss nix darüber.

00:04:35: Wie würde das sein, Vater zu sein?

00:04:37: Wie würde das funktionieren?

00:04:39: Wie kann ich überhaupt diese Verantwortung tragen?

00:04:41: Und wie werde ich dieses Kind denn dann finden?

00:04:46: Weil man kann sich gar nicht vorstellen, wie man irgendwie mit einem Menschen zusammenleben soll, dem man halt als Vater vorher nicht kennt, keine richtige Beziehung erstmal dazu hat.

00:05:00: Und ich war total overwhelmed, als ich plötzlich diesen kleinen Menschen, meine Tochter Luna, dann vor mir sah, so eine Sekunde nach der Geburt, und es so bam gemacht hat.

00:05:13: Und ich wusste, okay, wir beide, wir gehen jetzt einfach durch den Rest meines Lebens miteinander.

00:05:20: Und das wird überhaupt kein Problem sein.

00:05:22: Also das war für mich überwältigend, diese Beziehung zu spüren.

00:05:30: die auf einmal da war und auf die ich mir nicht vorbereiten konnte.

00:05:35: Und das ist für mich natürlich ein sehr wichtiges Thema bis heute.

00:05:42: Thürmann, wir haben dich ja nicht nur eingeladen, weil du demnächst wieder ein neues Buch am Start hast, was in ein paar wenigen Wochen kommt, sondern... Flo sagt es ja gerade schon, du schreibst regelmäßig auch Artikel in der Zeit und unter anderem hast du letztens über bindungsorientierte Erziehung gesprochen oder geschrieben und zwar sehr ausführlich.

00:06:02: Magst du das mal in einem Satz erklären, also diese bindungsorientierte Erziehung?

00:06:06: Die warbert ja immer wieder durch unsere Blase, aber dass du sie einmal nochmal in einen Satz gießt.

00:06:16: Was bedeutet das für dich?

00:06:18: Oder was bedeutet es nicht für dich?

00:06:21: Das ist natürlich nicht in einen Satz zu gießen.

00:06:24: Deswegen habe ich ein Buch darüber geschrieben.

00:06:27: Das heißt übrigens, was Sie wirklich über Erziehung wissen müssen und erscheint den nächsten deutschen Taschenbuchverlag DTV.

00:06:39: Und da gibt es natürlich ein großes Kapitel über die Bindungstheorie und die Bindung.

00:06:49: Die Bindungstheorie ist, es ist ein Modell, um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu beschreiben und besser verstehen zu können.

00:07:01: Und was sie nicht ist, ist alles, was wir heute daraus machen.

00:07:05: Nämlich, dass wir unser Kind so und so viele Stunden am Tag tragen müssen, dass wir mit ihm in einem Familienbett schlafen müssen, dass wir so und so viel Augenkontakt mit ihm haben müssen.

00:07:18: Und vor allen Dingen, dass es fürchterlich schief geht mit unserer älteren Kindbeziehung, wenn wir das nicht tun und wenn wir in einer dieser Disziplinen versagen.

00:07:28: Und das ist für mich ein unglaublicher Stress, den sich Eltern damit heute machen und mit dem sie weder ihren und nicht mal ihren Kindern was Gutes tun.

00:07:37: Und deswegen war es mir sehr wichtig, darüber zu schreiben.

00:07:40: Wie kommt, oder wie kommt er aus so einer Idee oder aus so einer, sagen wir mal klassischen Definition oder Theorie, einer sicheren Bindung, so ein, so ein, so ein, hast du es schon anklingen lassen, doch schon ein überwältigendes und sehr stressiges Geziehungsprogramm werden, bei dem man vielleicht eher das Gefühl kriegt, so okay, es gibt für alles Regeln, ich kann eigentlich nur Fehler machen, weil ich habe jetzt zu wenig Augenkontakt mit meinem Kind gehabt und wir passieren jeden Tag so viele Fehler, so dass man am Ende des Tages eigentlich voller Schuld die Fühle im Boden versinken möchte.

00:08:17: Ja, muss ich erst mal sagen, dass die Bindungstheorie überhaupt formuliert wurde.

00:08:23: Das war ein großer Fortschritt damals.

00:08:25: Da sind wir aber in den fünftiger, sechziger Jahren als John Bolby.

00:08:29: Das war ein Kinderarzt in London.

00:08:33: Überhaupt formuliert hat, hey, Kinder, das sind nicht irgendwie eure Gegner, die ihr irgendwie zu Recht biegen müsst und mit Disziplinen ins Leben stumpen müsst.

00:08:46: gegen die ihr euch dauernd durchsetzen muss, sondern die brauchen eure Zuneigung, die brauchen eure Wärme, die brauchen eure Zeit, die brauchen die Liebe.

00:08:53: Das ist das, was irgendwie Kinder ausmacht und das, was Kinder ins Leben bringt.

00:08:58: Das war damals sehr wichtig.

00:08:59: Und Bobby hat damals in einem Kinderhospital in der Nachkriegszeit gearbeitet, hat festgestellt, wie Kinder, die durch den Krieg von ihren Eltern früh getrennt wurden, wie traumatisiert die davon sind und welche Schäden davon ziehen.

00:09:17: Und das hat ihn über die Bindung nachdenken lassen oder die Bindung formulieren lassen.

00:09:22: Die hat sich gefragt, was ist das eigentlich für eine besondere Beziehung zwischen Eltern und Kindern und was macht die aus?

00:09:29: Das war ein großer Fortschritt.

00:09:33: Was wir heute haben, ist, dass wir Eltern haben, die glauben, wenn ich irgendwie dort in irgendeiner Hinsicht nicht perfekt bin, wenn ich irgendwie etwas tue, dann schade ich meinem Kind.

00:09:50: Wir glauben heute, dass Kinder etwas sind, was wir irgendwie herstellen durch unsere Zuwendung, durch unsere Aufmerksamkeit, dass sie in dieser Hinsicht völlig abhängig von uns sind.

00:10:05: Und wenn wir davon zu wenig machen, dann wird irgendwas in der Entwicklung des Kindes sich verschlechter.

00:10:13: Und die krassesten Annahmen sind, wenn ich als Mutter oder als Vater in den ersten Monaten oder in den ersten Jahren das Kindes nicht alles gebe, nicht eigentlich vierundzwanzig sieben für das Kind da bin, dann ist es unsicher gebunden, dann hat es Schwierigkeiten Vertrauen in andere Menschen zu finden und dann wird es dieses mangelnde Vertrauen in die Umwelt in sein weiteres Leben hineintragen, dann wird es zum Beispiel Probleme haben, Freunde zu finden, Probleme haben, eine vertrauensvolle Partnerschaft zu schreiben, zu betreiben.

00:10:50: Und das sind alles Annahmen, die aber für mich Hokus Pokus sind, der aus Erziehungsratgebern und Erziehungscoaches sich speist.

00:11:06: Das hat nichts mit verlässlicher Wissenschaft zu tun und ist nichts, was Eltern sich zu eigen machen sollten.

00:11:12: Du sprichst mir so ein bisschen aus dem Herzen.

00:11:17: So eine ähnliche Annahme habe ich auch.

00:11:19: Aber heißt das im Grunde genommen, dass wir die Theorie oder das, was letztendlich der Ursprung war, mittlerweile eigentlich Missverstanden haben oder Missverstehen?

00:11:35: Behandeln heute diese Bindungstheorie und so wird sie auch oft zitiert, als so etwas, als hätte John Burby in den sechziger Jahren, in den fünftiger Jahren, das entdeckt, wie Newton die Naturgesetze entdeckt hat.

00:11:53: Aber das ist nicht so.

00:11:54: Es ist eine Modell, es ist eine, eine Theorie.

00:11:57: Die Wissenschaft ist voller Modelle und die Bindungstheorie ist eines davon.

00:12:02: Und sie ging damals aus lustiger Weise von, war sie übernommen von Konrad Lorenz.

00:12:11: Das war ein Naturforscher, der die Ethologie in Deutschland sehr geprägt hat.

00:12:19: Der zum Beispiel entdeckt hat, dass ein Gänseküken, wenn es schlüpft, das erste Lebewesen, was es angesichtlich wird, als seine Mutter annimmt und dem folgt.

00:12:31: Das war die Prägung.

00:12:33: Und John Bolby war ... Bekannt mit Lorenz, er war fasziniert davon.

00:12:39: Und er nahm an, es muss ja bei Menschen so etwas Ähnliches geben.

00:12:43: Und daher kommt die Annahme, dass wenn diese Bindung irgendwie schief geht, wenn der erste Kontakt zwischen Müttern und dem Kind nicht perfekt ist, dass es dann irgendwie eine Störung gibt, dass es dann schwierig wird.

00:13:00: Und das ist ein Modell.

00:13:02: dass man wissenschaftlich untersuchen kann und dass man auch kritisieren kann.

00:13:09: Aber es ist keine Feststellung, es ist kein Naturgesetz.

00:13:14: Und es ist natürlich auch jetzt gedenkt der Tatsache, dass das Ganze jetzt schon siebzig Jahre her ist, auch unter Umständen formuliert worden und getestet worden.

00:13:27: unter dem man heute keine Wissenschaft mehr betreiben würde.

00:13:30: Also man kann dort auch durchaus einige Fragezeichen hinter setzen, was damals angenommen wird.

00:13:36: Und man sollte das nicht zur unbedingten Leitschnur seines eigenen Verständnisses von Äzion machen.

00:13:43: Also ich fasse mal zusammen, Tillmann, damit ich es richtig verstanden habe.

00:13:47: Also das Modell der Bindungstheorie ist an sich eine super Sache.

00:13:52: Leider aus dem letzten Jahrhundert.

00:13:53: Und inzwischen hat es sich ein bisschen verselbstständigt und sorgt mehr für Stress bei den Eltern als für positive Wirkung bei den Kindern.

00:14:03: Soweit, so gut, oder?

00:14:07: Soweit kann man das auch messen.

00:14:08: Man stellt heute fest, dass Eltern sich von der Erziehung gestresster fühlen, als dass die Vorgängergenerationen gemacht haben.

00:14:18: Also, dass dieses Imposter das Eltern denken, sie sind eigentlich nicht fähig, das zu machen und sich unsicher fühlen, dass das heute eine immanente Sache ist.

00:14:31: Das war in vorigen Generationen nicht so.

00:14:34: Und man weiß auch, dass Eltern, die sich derart gestresst von ihren eigenen Ansprüchen an die Erziehung fühlen, letztlich gar keine besseren Eltern sind, sondern eher geneigt sind, diesen Stress auf ihre Kinder zu übertragen.

00:14:48: Und deswegen habe ich darüber geschrieben, weil ich auch Eltern tatsächlich entlasten möchte.

00:14:55: Vieles von dem, was in der Bindungstheorie oder was in der sogenannten Bedürfnisorientierten Erziehung formuliert wird, sind einfach Sachen, die mal so angenommen wurden.

00:15:08: Zum Beispiel, dass es einem Kind besser tut, um so länger es von der Mutter gestillt wird.

00:15:15: Das hat William C.S.

00:15:18: in einem Babybuch formuliert, der dann auch das Parenting of Attachment formuliert hat, also das, was wir heute als bedürfnisorientierte Erziehung verstehen.

00:15:31: Aber dafür gibt es überhaupt keinen wissenschaftlichen Beleg, dass dem tatsächlich so ist.

00:15:35: Man kann davon annehmen, ausgehen, wenn ein Kind gestillt wird, dann ist das schön für Mutter und für Kind.

00:15:44: Wenn es nicht gesteht wird, wenn es wieder Flasche aufgezogen wird, dann schadet es ihm kein bisschen, wenn alles andere okay ist.

00:15:55: Kannst du denn sagen, wann sozusagen die

00:15:59: Idee

00:16:01: der bedürfnisorientierten Erziehung

00:16:03: kippt?

00:16:04: Also kann man das für allgemeinern oder hängt das tatsächlich immer am Vater an der Mutter?

00:16:10: Weil an sich ist es ja... Und wir hatten ja auch, früher haben wir ja gesehen, wie du erzähltest gerade, die Nachkriegskinder oder viele in den Kriegsjahren, die getrennt wurden.

00:16:20: Natürlich war das nicht gut für die Kinder.

00:16:22: Und natürlich soll man brauchen die mindestens eine Bezugsperson.

00:16:27: Aber wir sind ja hier an der Grenze zum ungesunden Perfektionismus.

00:16:32: Kann man diese Grenze generell?

00:16:35: über die ganze Elterngeneration ziehen oder muss da jeder in sich selbst hinein horchen, wann es zu viel des Guten ist sozusagen?

00:16:46: Ich würde das nicht so sagen, es gibt eine Grenze und ab da ist zu viel des Guten bis deines super.

00:16:52: Ich glaube, es ist eine Frage der Perspektive.

00:16:56: Früher in der Generation unserer Eltern noch, da war Familie etwas, da wurden die Kinder aufgezogen und es war etwas, von denen die Gesellschaft gar nicht viel Notiz genommen hat.

00:17:05: Also unsere Eltern, die mussten sich noch nicht irgendwie rechtfertigen, ob sie ihre Kinder schimpfen oder ob sie ihre Kinder fernsehen lassen oder nicht.

00:17:15: Heute sind wir in einer Zeit, wo wir ständig beobachtet werden als Eltern, wo wir es ständig, wir es Gefühl haben, wir müssen Rechenschaft ablegen dafür, ob das Kind jetzt diese Sendung guckt oder gar nicht, ob es genug liest und so etwas.

00:17:31: Und das schafft so etwas, wo man Und das ist vielleicht etwas, was auch noch Männer so ein bisschen mehr irgendwie beschäftigt als Frauen, wo wir so anfangen, so Dinge abzuhaken, wo wir eben so eine Disziplin des Beelterns besonders gut sein wollen und dort brillieren wollen, um halt den Ansprüchen der Umwelt gerecht zu werden.

00:17:55: Und da beginnt der Stress.

00:17:57: Der Stress beginnt da, wo ich nicht mehr eigentlich aus der Beziehung zu meinem Kind heraus etwas tun oder nicht tun, weil ich irgendwie einschätze, das tut dem gut oder das macht uns Spaß oder da lacht das Kind oder da hat man eine gute Zeit, sondern weil ich glaube, ich bin das Anderen schuldigt, da beginnt der Stress und da beginnt es für mich auch zu kippen.

00:18:18: Das wäre dann ein anspruchsorientiertes, orientierte Erziehung, keine bindungsorientierte.

00:18:24: Das ist quasi so ein bisschen Teil von so einer, man könnte sagen, Therapiekultur, wobei das Kind behandelt wie ein Patienten, dem man irgendwie was Gutes tun muss und dem man schadet, wenn man ihn falsch behandelt.

00:18:43: Und das unterschätzt halt, einerseits unterschätzt es, wie richtig Eltern normalerweise alles tun und wie sehr man eigentlich seine richtigen Intuition folgen kann und es unterschätzt auch die Kinder.

00:18:58: Denn wir gehen heute in der Erziehung davon aus noch häufig, als wäre das Kind so ein umschriebenes Blatt und durch unser Einwirken als Eltern, dass wir irgendwie ihm was vorlesen oder dass wir mit ihm Probleme gemeinsam lösen, machen wir daraus einen Menschen.

00:19:18: Und derum soll natürlich möglichst allumfassend gut und erfolgreich sein.

00:19:24: Wir haben Schwierigkeiten anzuerkennen, dass wir in unserem Kind bereits einen Menschen entgegentreten, der auch Eigenschaften hat.

00:19:33: die uns vielleicht gar nicht gefallen, mit denen wir gar nicht zurechtkommen, mit denen wir erst umgehen lernen müssen, mit jedem Menschen, dem wir auf der Welt begegnen.

00:19:41: Und die Forschung sagt, und darüber schreibe ich auch in meinem Buch, dass die tatsächliche Einfluss den Eltern auf ihre Kinder haben.

00:19:52: Also, dass tatsächliche Wirken und Modellieren viel geringer ist und sie auf einen viel kürzeren Zeitraum beschränkt, als wir so denken.

00:20:01: Und mein Verdacht ist, dass wir viel der Zeit, die wir mit den Kindern verbringen, da die falschen Akzente setzen.

00:20:09: Dass wir zu sehr auf Programmeziehung setzen, zu sehr auf, ich muss das so machen, ich muss das so machen, als darauf, einfach mit unseren Kindern eine gute Zeit zu haben.

00:20:21: Und wie wir das machen, das geht erstmal nur uns beide, also mich und das Kind an.

00:20:28: Und da sind wir auch die Experten.

00:20:31: Inwiefern hat dieses Bild für Mütter, die arbeiten wollen und müssen, wie sehr ist dieses Bild prägend, dass sie ständig das Gefühl haben, sie wären nicht binösorientiert genug.

00:20:46: Es ist ja doch schon eine Überforderung bei vielen in der Gesellschaft, vor allem bei den Müttern, wenn ich das so beobachte, oder?

00:20:55: Ja, es ist ja lustig, dass diese Binnustheorie obwohl sie eigentlich nie nur für Mütter formuliert wurde.

00:21:04: Also John Burübi schreibt nie von der Mutter, er schreibt von der Bindungsposition, eigentlich zu neunzehnt Prozent auf Mütter projiziert wird.

00:21:13: Das liegt daran in zu den Zeiten, als diese ersten Forschung gemacht wurden.

00:21:16: Da waren einfach die Mütter zu Hause, die Väter, die waren der Arbeit.

00:21:19: Das heißt, diese ganzen Experimente und Beobachtungen, die wurden nur mit Müttern gemacht.

00:21:25: Und man ging eigentlich davon aus, naturgemäß, ja, das ist die Mutter, wie zu dem Kind gehört.

00:21:32: Daraus wurde später so eine komische Neuüberhöhung des Mütterbildes gemacht, denn eigentlich bei die Forschung schon in den Siebzigerjahren weiter, dass man wusste, okay, auch Väter haben total wichtige Rolle für das Kind und eigentlich gibt es nichts aus der Nahrungsversorgung in den ersten Monaten, was Väter nicht genauso gut für den Kind machen können als Mütter.

00:21:56: Aber es hat sich dann so kulturell so eine neue Mütterüberhöhung herausgebildet, die die Mutter wieder in eine komplett zentrale Position und Verantwortung für das Kind genommen hat.

00:22:14: Zum Beispiel, dass man das Kind nicht in andere Hände geben darf als Mutter, dass man als Mutter zu Hause zu bleiben hat.

00:22:27: Am besten sieben Tage die Woche, vierundzwanzig Stunden für das Kind da ist, um an der Bindung zu dem Kind zu arbeiten.

00:22:35: Das Kind nicht in die Kita gibt, wo es mit anderen Menschen plötzlich, die gar nicht ihre zentrale, die mit zentralen Bindungspositionen sind, zurechtkommen muss.

00:22:46: Und einerseits wurden die Mütter damit natürlich sehr ins Zentrum gerückt und das ist scheinbar ja auch eine Würdigung der Mutterrolle.

00:23:03: Gleichzeitig ist es ein absoluter Knast.

00:23:06: Gleichzeitig bedeutet das, in dem Moment, wo du sagst, ich habe noch andere Interessen außer meinem Kind.

00:23:13: Zum Beispiel meine Karriere, mein persönliches Fortkommen, meine Selbstentfaltung.

00:23:21: In dem Moment bist du eine schlechte Mutter, weil in dem Moment gehst du aus der Bindung raus, aus der sogenannten Bindung.

00:23:29: und vernachlässigst dein Kind.

00:23:31: Und wenn du in den ersten drei Jahren, wenn das Kind bei dir ist, auch noch ein Job hattest und gearbeitet hast, dann musst du dich nicht wundern, wenn dein Kind nachher Bindungsschwierigkeiten hat, weil es halt dieses Urvertrauen in die Mutter in dich nicht gehabt hat.

00:23:48: Das heißt, durch die Bindungstheorie, und da waren auch, als die Thesen formuliert wurden, Feministen ein bisschen weiter als heute, durch die Bindungstheorie wird durch die Hintertür wieder ein uraltes Mutterbild etabliert.

00:24:05: Nämlich, dass die Mama am allerbesten zu Hause zu bleiben hat und dort ihre scheinbar natürliche Rolle einnehmen muss, was nun tatsächlich durch nichts gedeckt ist, was man messen könnte in der Forschung.

00:24:22: Darüber schreibe ich auch in meinem Buch.

00:24:24: Was bedeutet denn das für die Väter?

00:24:27: Weil eigentlich versuchen wir ja, oder der Großteil von uns versucht, aktive Väter zu sein, sich einzubringen.

00:24:35: Und du hast gesagt, letztendlich ist diese Bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich sehr männlich, weil es so eine Art Checkliste auch hat oder den Charakter einer Checkliste, wo man als Mann gerne mal was abhakt.

00:24:50: Kind wird gestillt, Check.

00:24:52: Kind schläft im Familienbett, Check.

00:24:54: Wir tragen es zehn Stunden am Tag.

00:24:57: Aber auf der anderen Seite ist halt so, wie du gerade erklärtest, dass dieses Motorbild, was fast wieder in diese traditionelle Rolle geht, den wir widerspricht, ist das also Fluch oder Segen für uns Väter?

00:25:11: Also ich beobachte das bei Väter in meiner Umgebung so, dass die manchmal diese Anleitungen, die man auch in Erziehungsratgebern liest, wie man das Kind Emotional begleitet oder wie man einen Konflikt mit einem Kind löst.

00:25:29: So wie eine Anleitung zur Installation eines Autoradios befolgen.

00:25:35: Und dann dem Kind ist sich ihm so annähernd, dass sie sagen, du sagst mir jetzt das so, das heißt, du fühlst das so.

00:25:43: Ich nehme das so wahr.

00:25:45: Aber wenn du mir das so sagst, dann könnt ihr mich nicht mehr so fühlen.

00:25:50: Alles das, was halt ein Grunde... unglaublich künstlich ist und was unglaublich abgelesen und einstudiert ist und dem Kind in dem Moment auch gar nicht weiter hilft.

00:26:01: Ich herannehme und glaube, wenn Sie das so machen, dann sind Sie ein guter Vater.

00:26:06: Dann haben Sie das quasi bewiesen, dann haben Sie es abgecheckt.

00:26:10: Anstatt sich halt auf die Beziehung zum Kind einzulassen.

00:26:16: Wenn mein Kind sauer ist auf mich gerade, weil ich das gesagt habe, dann muss ich darauf reagieren, dann erkläre ich vielleicht, warum es das gesagt hat.

00:26:23: oder muss es aushalten, dass es sauer ist oder werde selbst sauer?

00:26:26: und dann haben wir vielleicht Kind und Vater kurz einen Moment, wo keiner von beiden weiß, wie es gerade weitergeht und den man sich nachher wieder, man setzt sich auseinander und kommt nachher wieder zusammen.

00:26:44: Danach ist die Beziehung aber ein bisschen besser, als sie vorher war.

00:26:47: Man hat sich ein bisschen mehr kennengelernt.

00:26:49: Also das ist ein ganz natürliches, in ein Konflikt reingehen, in eine Beziehung reingehen.

00:26:54: Und das bekommt natürlich, wenn ich halt diese Elternratgeberanleitungen befolge, etwas sehr Künstliches.

00:27:04: Und das ist das, was ich so in meinem Umfeld beobachte.

00:27:09: Weil so Feltern, die so ... ihrem Kind gegenüber dann die Erziehung dazieren und sich wundern, dass das Kind das nicht geil findet.

00:27:20: Das andere ist natürlich, dass es für die Väter sehr bequem ist, weil sie können sich immer darin verstecken, dass ja eigentlich für die Bindung irgendwie die Mutter doch der Experte ist und dass die ihnen irgendwas natürlicherweise voraussat, was sie nicht bieten können, weil sie ja nicht die Mutterperson sind.

00:27:41: Und das ist auch eine Gefahr, glaube ich, dass man sich selbst aus der eigenen Verantwortung als Papa herausnimmt, weil die Natur es ja auch so vorgesehen hat angeblich.

00:27:56: Dieses, dieses Ex, oder dieses, dieser Trend zu diesem, ich sage mal, Idealbild.

00:28:05: Wie sehr ist das Stück weit, gerade wenn man jetzt das Zentrum der Mutter nimmt?

00:28:11: Wie sehr ist es dann?

00:28:12: Also hat das überhaupt noch einen Einfluss von Geschwistern, von Großeltern, von Nachbarn?

00:28:21: Also im Grunde genommen halt das komplette Umfeld, wenn wir ja eigentlich ja im Grunde genommen nur noch die Mutter und das Kind und vielleicht noch den Vater so exklusive Bindung oder exklusives Familienmodell betrachten, haben die überhaupt noch?

00:28:38: In diesem, in dieses Umfeld überhaupt noch irgendwas zu sagen oder irgendeine Prägung oder die Chance einer Prägung, Mitprägung?

00:28:48: Also ich glaube, wir unterschätzen das.

00:28:53: Also diese Kernfamilie, die wir uns so vorstellen, da ist Papa, da ist Mama und da ist das Kind und Papa und Mama erziehen gemeinsam das Kind.

00:29:03: Das ist ja eine komplett unrealistische Vorstellung.

00:29:07: Also das Kind geht Wenn es irgendwie hier ist, spätestens geht es irgendwie raus und trifft noch andere Menschen, dann trifft es Leute in der Kita, andere Erwachsene, die sind auch alle interessant, das sind auch alles Vorbilder.

00:29:24: Es gibt Dinge, die lernen Kinder von ihren Freunden.

00:29:27: Es gibt Dinge, die lernen Kinder von anderen Erwachsenen, weil diese anderen Erwachsenen andere interessante Sachen machen als Papa und Mama und irgendwie... das Kind das gerne anschaut und sich abschaut.

00:29:40: Das heißt, Kinder lernen in Wirklichkeit in einem Netzwerk.

00:29:45: Und dieses Netzwerk, das steuern sie auch zum Teil selbst.

00:29:49: Da orientieren sie sich selbst.

00:29:51: Und das sind nicht nur wir.

00:29:53: Also ich glaube, die Zeit, wo man als Eltern den exklusiven Einfluss auf das Kind hat, das ist nach spätestens vier Jahren ist das vorbei.

00:30:09: Und dann kommt viel, viel andere Stakeholder dazu.

00:30:13: Und das ist ja auch das Wunderbare.

00:30:15: Und das braucht das Kind auch, weil es muss sich ja auch in einer Umwelt bewegen.

00:30:19: Das Kind weiß ja okay.

00:30:20: Also Papa und Mama, die sind nicht überall.

00:30:23: Und dieses Dorf sucht das Kind sich selber.

00:30:26: Und übrigens geht das den allermeisten Kindern auf der Welt so.

00:30:29: Also dieses Bild von... dieser Kleinfamilie, das ist etwas, was halt sehr westlich ist und ein sehr westliches Nachtriegsbild ist, bedingt vor allem durch die Vereinzelung der Gesellschaft und die Industrialisierung und die Arbeitsteilung, dass es nicht wie Menschen natürlicherweise zusammenleben.

00:30:48: Also mein Bruder, der hat eine Kambodschanerin geheiratet und mit seinen Kindern in Kambodscha gelebt und wenn es zu Besuch war, Da hab ich gesehen, dass die Leute, die sich unterwegs um die Kinder gekümmert haben, waren die eigenen Eltern.

00:31:02: Aber alle anderen waren da.

00:31:04: Cousins, Freunde, Großeltern.

00:31:08: Werden die Eltern quasi auf dem Markt waren, haben die halt den Job der ZIU übernommen.

00:31:12: Und das waren alles wunderbar ausgeglichene, fröhliche Kinder.

00:31:17: Also wir gehen häufig von so einer sehr vereinzelten Perspektive aus, die aber sehr eng an unsere Kultur ... geknüpft ist und auch nicht die ideale Perspektive ist, wie man auf Kinder schauen sollte.

00:31:33: Total spannend.

00:31:34: Timmer, du hast ja jetzt für dein Buch ganz viele Studien gewälzt und durchgelesen.

00:31:39: Undetter, ja.

00:31:42: Okay, mindestens.

00:31:44: Wenn wir jetzt mal dieses Attachment-Parroting-Modell beiseite lassen, was sind die paar Dinge, die Kinder wirklich brauchen, um sich sicher und geliebt zu fühlen nach deiner Recherche?

00:31:54: Okay, ich habe mich darüber mit dem Kinderarzt aus Galienie unterhalten, der ins Zürich das Kinder aus Beetz dort die Kinder zu Chaptery leitet.

00:32:07: Der spricht von den fünf V. Sei voller Liebe, sei verfügbar, sei verlässlich, sei vertrauensvoll und sei verständnisvoll und mehr braucht es nicht.

00:32:19: Das ist im Grunde das, was wir als Eltern automatisch... irgendwie tun würden.

00:32:25: Also wir versuchen unser Kind zu verstehen.

00:32:29: Wir versuchen für das Kind ein Vertrauenspartner zu sein.

00:32:32: Du liebst dein Kind wie blöd.

00:32:35: Du versuchst für dein Kind verlässlich zu sein und möchtest da sein.

00:32:41: Wenn du das als Elternteil hinbekommst, dann machst du den Part, den du als Eltern tun kannst.

00:32:47: Und das ist nicht das ganze Leben des Kindes.

00:32:49: Das ist nicht mehr die ganze Umwelt des Kindes, nicht meines Kleinkindes.

00:32:53: Dann machst du den schon ganz gut und das ist für eure Beziehung ein, das perfekte Fundament.

00:33:00: Spannend.

00:33:00: Hast du mitgeschrieben, Flo?

00:33:02: Ja.

00:33:03: Und?

00:33:03: Fünf

00:33:03: V. Ich überlege gerade, wir waren ja vorhin beim Perfektionismus.

00:33:08: Das würde ja bedeuten, ich müsste jedes V zu hundert Prozent versuchen zu erreichen.

00:33:15: was so, glaube ich, von Natur aus, wenn ich dann nebenbei auch noch vielleicht mal Freunde treffen möchte oder überhaupt auch noch andere Interessen habe, ja eigentlich gar nicht so wirklich schwierig ist.

00:33:25: Das heißt, ich komme ja eigentlich dann wirklich so in einen Konflikt zwischen meinen Interessen und meinem Kind.

00:33:35: Kinder an sich, glaube ich, so habe ich das auch ein bisschen jetzt verstanden, brauchen ja keine perfekten Eltern, sondern verlässliche.

00:33:43: So.

00:33:45: Wie würdest du das heute übersetzen?

00:33:48: Also woran kann man trotzdem irgendwie so ein Stück weit merken, wir sind, auch wenn wir die hundert Prozent nicht geben können oder gerade nicht hinkriegen, immer noch okay und ja trotzdem feinfühlig und okay.

00:34:04: Glaubt ihr denn wirklich, dass das Kind erwartet, dass du dauernd zu hundert Prozent da bist?

00:34:11: Also... sagen wir erstmal so, die Realität, die Realität der Väter in Deutschland, das sind ja nicht die Väter, die zu hundert Prozent da sein wollen, dass die Realität der Väter sind, die Väter, die zu hundert Prozent im Job arbeiten und die ganze Hinwendung zu ihrem Kind, vor allen Dingen in den ersten Lebensjahren, am Wochenende machen oder nach Feierabend, wenn sie das Kind überhaupt noch wach antreffen.

00:34:43: Das ist die Realität.

00:34:45: Wenn du das tust, dann kannst du dir schon überlegen, ob du vielleicht statt hundert Prozent der Arbeitgeber, achtzehnt Prozent gibst und mehr Zeit hast mit deinem Kind, denn die geht schnell vorbei.

00:34:56: Das machen die meisten Väter nicht bewusst, wie schnell diese Zeit mit dem Kind vorbei ist, wie schnell die Zeit, wo sie auch eine ganz besondere zentrale Rolle für das Kind haben, vorbei ist.

00:35:08: Und nachher rennen sie dem hinterher, meine Dwegen auch mit perfektionistischen Ansprüchen.

00:35:14: Und alles andere, glaube ich, dein Kind ist ja keine Box, in die du was reinfüllst und die du irgendwie behandelst, sondern dein Kind ist dein Partner im Leben, dein Mitmensch.

00:35:28: Und ich glaube, wenn du das machst, was dir als Vater selbst gut tut, Wenn du dein Kind zeigen kannst, was du Spaß hast und das nicht irgendwie als eine Me Time irgendwie für dich veranschlagt, sondern als eine We Time, also eine Zeit, die du auch mit deinem Kind verbringst, dann ist das super.

00:35:49: Also wenn nichts ist schöner als wenn ein Kind dabei sein kann bei dem, was dir als Vater für dich Spaß macht.

00:35:56: Und wenn das Angeln ist, wenn das Fußball gucken ist, wenn das Videospiel spielen ist, wenn das Spazieren gehen ist, wenn das Sport ist, überall kann dein Kind daran teilhaben und sehen, wie man es als Mensch macht, etwas für sich zu tun, etwas Gutes zu tun für sich.

00:36:15: Und das ist, das ist toll.

00:36:17: Ich glaube, dass wir viel zu sehr trennen zwischen, ah, das ist der Job, den ich am Kind zu tun habe.

00:36:24: Ich muss irgendwie was mit meinem Kind machen, auch wenn ich gar keinen Bock drauf habe, irgendwie jetzt mit Bauglösten zu spielen.

00:36:31: Und das ist das, was ich jetzt für mich mache.

00:36:34: Wahrscheinlich ist es besser, wenn ein Kind dabei ist bei dem, was du für dich machst, denn dann erfährt es mehr davon, was für ein Mensch du bist und wie du tigst.

00:36:46: und das muss das Kind ja auch lernen.

00:36:48: Ja, aber das sind ja natürlich schon schnell wieder bei älteren Kindern, oder?

00:36:53: Also in den ersten Monaten oder Jahren kann ich mein Kind ja nicht, also kann ich mit ihm nicht Fußball gucken und ich kann es auch... Nicht zum Angeln mitnehmen, also könnte ich natürlich, aber davon hat es ja nicht so viel.

00:37:09: Das stimmt.

00:37:10: Also natürlich kannst du dein Kind eigentlich überall hin mitnehmen, weil die sind ja gut zu transportieren.

00:37:17: Mit zum Hänkeln.

00:37:21: Das würde ich machen.

00:37:21: Und ich habe das, als ich um zwanzig war, weil mein Kind die ganze Zeit dabei und ich habe es überall mitgenommen bei all den Sachen.

00:37:30: bei dem ich heute Kinder nicht mehr eigentlich dabei haben wollte.

00:37:34: Ich glaube, diese Natürlichkeit, diese Selbstverständlichkeit, die ist letztlich gut, dass du dein Kind dich durchs Leben begleitet und du es nicht behandelst als etwas, wo du daran jetzt einen Job zu tun hast.

00:37:56: Natürlich gibt es vieles, was man mit Kindern macht.

00:38:01: was man jetzt irgendwie nicht so gerne, was nicht so viel Spaß macht.

00:38:08: Aber kennt ihr, also kennt ihr solche Väter, die sagen so, ich muss jetzt meinen Kind irgendwie wickeln oder ich muss jetzt meinen Kind tragen oder ich muss meinen Kind irgendwie was machen.

00:38:21: Man hat ja normalerweise den Instinkt, dass man irgendwas diesem Kind gut tun möchte.

00:38:29: Und Kinder sind auch gerade in den ersten Monaten gar nicht schlecht daran zu zeigen, wenn sie auf irgendwas keinen Bock haben oder wenn ihnen was nicht gefällt.

00:38:38: Das ist ja eine durchaus, sag ich mal, gut zu beherrschende Kommunikation, die man zwischen einem kleinen Kind und einem Elternsalat.

00:38:51: Das Kind schreit.

00:38:53: Ich besuche, das Kind hört aufzuschreien.

00:38:55: Es geht ihm besser.

00:38:57: Das ist schon perfektes Parenting, was wir dann betreiben.

00:39:01: Und irgendwie, dass wir glauben, dass es in irgendwelchen Beschreibungen, in irgendwelchen Büchern irgendeinen Wissen gibt, was halt viel, viel, viel tiefer ist, als das instinktive Wissen, was wir als Eltern in uns tragen, da gehe ich nicht mit.

00:39:20: Ich glaube, die meisten Eltern, die einfach versuchen für ihr Kind da zu sein, die machen das sehr richtig.

00:39:28: Ist ja schon fast ein schönes Schlusswort, eine Frage hätte ich trotzdem noch mal, weil ich würde ganz gerne, wir haben ja mit dem Bedürfnis der Erziehung angefangen, ich würde gerne damit auch aufhören.

00:39:38: Wir haben ja schon festgestellt, dass das wirklich zu zusätzlichen Stress führen kann und oft auch führt, obwohl wir ja eigentlich schon in einer Zeit leben, wo wir alle müde gestresst sind.

00:39:52: Was ist denn dein Anti-Stress-Tipp in diesem Zusammenhang für alle Väter und auch für alle Mütter?

00:39:58: tatsächlich mehr aufs eigene Gefühl zu hören und zu vertrauen, oder gibt es da auch wissenschaftlich basiert, noch irgendwie mehr Kenntnis, die du uns servieren kannst?

00:40:11: Als Anti-Stress-Tipp für Eltern und Kinder.

00:40:16: Na ja, in erster Linie für Eltern tatsächlich.

00:40:18: Die sich ja sehr viel, meistens arbeiten beide.

00:40:23: Sie wollen alles richtig machen.

00:40:24: Sie haben halt drei Erpatchment-Pervitting-Radgeber gelesen.

00:40:30: Und was tun sozusagen?

00:40:34: Und Stress, und Stress, Schuldigung, Stress gehört ja auch zum guten Ton, muss man heutzutage sagen, teilweise.

00:40:40: Ja, zunächst einmal muss man ja mal feststellen, es ist einfach stressig.

00:40:44: Es ist einfach nicht einfach... vom letzten Meeting noch irgendwie Kita zu rennen, das Kind dort zur rechten Zeit abzuholen und dann irgendwie alles alles zu tun, was man dann als Mutter oder Vater tun muss.

00:41:00: Das ist ja stressig und das muss man sich jetzt auch nicht irgendwie schön reden.

00:41:05: Man sollte sich nur nicht noch mehr Stress machen als den, den man schon hat.

00:41:10: Und das beginnt für mich bei all den Sachen, die man dann tut.

00:41:17: Aber eigentlich tut für andere.

00:41:19: Eigentlich tut, weil man denkt, dass da schaut gerade jemand zu.

00:41:25: Und deswegen mache ich das jetzt mit meinem Kind so und so.

00:41:30: Deswegen mache ich Dinge, die ich eigentlich jetzt eigentlich keinen Bock habe, die eigentlich gar nicht mehr als jetzt entsprechen.

00:41:39: Aber ich behandle mein Kind jetzt in einer attachment orientierten Art und Weise.

00:41:46: weil man das so macht und weil ich dafür irgendwie zur Verantwortung gezogen werde.

00:41:52: Das ist Quatsch, weil das geht alles von der Zeit ab, die ich mit dem Kind verbringen, der Artweise, wie ich es tun würde.

00:41:57: Und wenn ihr mich als Kinder, als Vater fragt mit meiner jüngsten Tochter, wir verbringen die meiste Zeit gerade zusammen vor dem Fernseher und schauen, wollen eine Family, gucken Serien und essen dabei Pizza.

00:42:12: Das ist, das ist irgendwie... Das steht in keinem Ratgeber so drin, dass man es tun sollte, aber uns beiden tut das total gut.

00:42:20: Es ist perfekte Vater-Vater-Tochterzeit und für beide völlig ohne Stress.

00:42:29: Ich liebe Mutter-Familie.

00:42:32: Ich freue mich auf den Buch.

00:42:34: Ja,

00:42:36: ich habe auch noch eine allerletzte Frage.

00:42:38: Auch wenn, und ich freue mich auf jeden Fall auf das Buch, weil das wird, glaube ich, noch mal einiges an mehr Erkenntnisse für mich bringen, wobei ich vieles von dem unterstütze, deswegen haben wir dich ja auch da noch mal eingeladen.

00:42:50: Aber meine allerletzte Frage geht in Richtung Musikwunsch.

00:42:54: Wir haben auf echte Papas, nicht auf echte Papas, sondern wir haben auf Spotify eine immer noch unsere echte Papas Playlist.

00:43:01: Du hast damals auch schon, ich weiß leider nicht mehr, was dein Musikwunsch war.

00:43:06: haben wir immer noch unsere Liste, die sich quasi die wächst von Gesprächspartnerinnen zu Gesprächspartnerinnen.

00:43:14: Und ja, Punkt.

00:43:18: Was wäre denn dein Musikwunsch, dass wir, was das vielleicht reflektiert, das Thema?

00:43:25: I don't know.

00:43:27: Mein Musikwunsch, Musikwunsch, der das Thema reflektiert, das ist wirklich wieder

00:43:32: ganz

00:43:32: schön.

00:43:33: Das ist, das ist schon schon ganz schön.

00:43:37: Ganz schön männermäßig, dass ich ein Musikwunsch formulieren soll, der das alles umfasst.

00:43:46: Das glaube ich wird nicht möglich sein, aber du kannst natürlich auch das Lied, was du heute Morgen im Badezimmer gehört hast, was dich befeuert hat in dieser Woche.

00:43:55: Das Lied, was ich im Badezimmer höre, wenn ich irgendwie einen schlechten Tag habe und schnell gute Laune brauche, das ist von Justice We Are Your Friends.

00:44:09: mit Wonne und das bringt mich immer in die richtige Stimmung und in den richtigen Optimismus, den man manchmal braucht, wenn man Elternteil ist in den heutigen Zeiten.

00:44:23: Für alle, die sich jetzt für das Buch interessieren nochmal, es heißt, was sie wirklich über Erziehungen wissen müssen, erscheint im April im DTV-Verlag.

00:44:36: Was Sie wirklich wissen müssen, ist das Wichtigste für Eltern aus den entscheidenden Studien und ist von mir geschrieben.

00:44:43: Okay, also ich würde tatsächlich gerne noch den Titelsong von Modern Family auf unsere Spotify Playlist setzen, oder?

00:44:50: Die

00:44:51: passt ja sehr gut eigentlich zum heutigen Gespräch.

00:44:55: Das stimmt.

00:44:55: Ja,

00:44:56: gut.

00:44:57: Diese Playlist könnt ihr euch bei Spotify anhören, genauso übrigens wie unseren Podcast.

00:45:01: Und wo du gerade schon Werbung gemacht hast, machen wir das auch.

00:45:04: Bitte, bitte hört euch unseren Podcast an, ladet ihn runter, gibt ihn fünf Sterne oder sechs und sagt es vor allem weiter.

00:45:13: Und wenn ich jetzt dieses Gespräch richtig verstanden habe, muss man ja im Grunde überhaupt keinen Ratgeber mehr lesen, sondern nur diesen Podcast hören und vielleicht noch deinen Ratgeber zugegeben.

00:45:22: Den Ratgeber von Thilmann noch.

00:45:26: Genau, der im April erscheint.

00:45:27: Timmann, wenn man vorher noch etwas von dir erfahren will oder so ein Countdown haben möchte zu deinem Buch, wo geht man da am besten hin?

00:45:35: Was ist dein preferiertes Social Media Account?

00:45:38: Wo findet man Timmann Prüfer am besten?

00:45:40: im Internet?

00:45:42: Man findet mich auf Insta, Timmann Prüfer, also Timmann Prüfer.

00:45:47: Man findet mich vor allen Dingen natürlich in der Zeit.

00:45:50: Da schreibe ich jede Woche eine Kolumne.

00:45:52: Und da schreiben vor allem eine zauberhaften Kolleginnen und Kollegen jede Woche darüber oder jeden Tag darüber auf Zeit online, was älter beschäftigt, was sie beschäftigen sollte und was uns zu guten Eltern macht.

00:46:10: Und da kann man mir eigentlich gar nicht aus dem Weg gehen.

00:46:13: Das stimmt.

00:46:14: Und ich kann in dem Zoo, kann ich auch noch den Newsletter dazu empfehlen, den ihr ja dann auch wöchentlich.

00:46:23: Es gibt am westlichen Newsletter, da hab ich Familienzeit.

00:46:26: Richtig, Familienzeit, kann ich sehr empfehlen.

00:46:29: Und da sind immer all die Empfehlungen der Best of, was wir in der Woche im Familienressort so geschrieben haben, bekommt man dann zack ins Postfach und bequemer geht's gleich.

00:46:43: Okay, also wir sehen, wir kommen um Tilmer nicht drum herum, er ist auf allen Kanälen.

00:46:49: Wenn ihr zu dieser Folge eine Frage habt oder generell zu den echten Papas, könnt ihr uns natürlich auch noch eine E-Mail schreiben.

00:46:54: Auch das geht.

00:46:55: Und wohin die E-Mail geht, weiß wie immer der Flo.

00:46:59: Bitte schickt sie einen Podcast, derdechtepapas.de.

00:47:02: Gut, okay.

00:47:03: Ich wollte auch mal bitte, bitte sagen, so wie

00:47:05: du auch gesagt hast.

00:47:06: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:06: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:07: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:08: Hätten wir das auch

00:47:08: abgedacht.

00:47:09: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:10: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:11: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:12: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:12: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:13: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:14: Hätten wir

00:47:15: das auch abgedacht.

00:47:16: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:17: Hätten wir das auch abgedacht.

00:47:18: Hätten wir

00:47:18: das auch

00:47:18: ab.

00:47:19: Wir freuen uns sehr auf

00:47:19: das

00:47:20: Buch Mitte April.

00:47:21: Liegt dann hoffentlich auf unserem Schreibtisch und natürlich auf jedem anderen Schreibtisch auch oder Nachtisch.

00:47:26: Und dann vielleicht sprechen wir uns danach nochmal, weil dann wieder viele Fragen aufgetaucht sind, die wir dann doch nochmal klären müssen.

00:47:33: Dankeschön.

00:47:33: Gut.

00:47:33: Und alle anderen hören wir in zwei Wochen wieder.

00:47:35: Hoffentlich bitte

00:47:36: bitte.

00:47:38: Genau.

00:47:38: Bis dahin.

00:47:39: Okay.

00:47:39: Macht's

00:47:39: gut.

00:47:39: Tschüss.

00:47:40: Tschüss.

Über diesen Podcast

Der Podcast der Echten Papas ist die Anlaufstelle für alle Väter – und die Menschen, die es werden wollen! Wir, Marco vom DAD Mag und Florian, sprechen offen über die Freuden, Herausforderungen und Konflikte des Vaterseins und geben Impulse für Veränderung. Mit spannenden Gästen wie Müttern, Vätern, Experten und Coaches setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der Väter ihre Rolle selbstbewusst und aktiv leben können.

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