Echte Papas

Echte Papas

Der Papa-Podcast

Transkript

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00:00:08: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Echte Papas mit meiner Wenigkeit Florian.

00:00:14: Aus Überzeugung bin ich noch Papa seit mittlerweile zehn Jahren und ja, eine andere Leitung da sitzt...

00:00:23: Da sitzt der Marco, Redaktionsleiter des Magazins Menschels Dad.

00:00:27: Seit zwanzig Jahren Papa?

00:00:29: Boah jetzt staunst du ne Doppel so lange!

00:00:32: Naja und gemeinsam sind wir die

00:00:34: echten Papas.

00:00:36: Oder

00:00:36: hast du mir einiges

00:00:37: voraus, würde ich sagen?

00:00:39: Ja.

00:00:39: War mir gar nicht so bewusst... ...dass ich doppelt so lang Vater bin!

00:00:44: Es ist ja eine Ehre, dass du dich dann mit mir abgibst,... ...wo ich ja nicht auf Augenhöhe bin mit dir.

00:00:49: Also

00:00:49: was ist denn

00:00:49: Rookie?!

00:00:51: Kann nur von dem Besten lernen, ich weiß.

00:00:55: Ich versuche auch auf Augenhöhle zu gucken.

00:00:58: Aber hier mal eine ganz andere Frage.

00:01:01: Bist du eigentlich wie dein Vater?

00:01:05: Das

00:01:08: ist ne riese Frage!

00:01:10: Also bin ich wie mein Vater, das hat ja sehr verschiedene Dimensionen.

00:01:14: Ich sag einfach mal beim Äußerlichen Nein aber manchmal gucke ich in den Spiegel und denke

00:01:22: doch

00:01:23: Ja Und das sind denn nur die Äuzerlichkeiten?

00:01:25: Wurde grad sagen Und wie ist es so mit, gibt's irgendeinen prägnanten Satz den dein Vater immer wieder gesagt hat?

00:01:33: Den du mittlerweile auch in den letzten zwanzig Jahren deinen Kindern jeden Tag gebracht hast.

00:01:38: Ach mein Vater hat vielleicht eher weniger gesprochen.

00:01:42: Deshalb gibt es nicht so viele Sätze.

00:01:46: Naja das würde jetzt hierzu weit gehen.

00:01:49: Ich moderiere einfach mal unseren heutigen Gast an oder weil die Frage aus ja nicht umsonst gestellt.

00:01:55: Wir haben heute nämlich den Jakob Müller zu Gast, Psychoanalytiker.

00:02:00: Das klingt jetzt schlimmer als es ist.

00:02:04: Also wenn du Menschen mit ... er ist Psycho-Analytiker ein, ne?

00:02:09: Einleitest dann um...

00:02:10: Okay!

00:02:11: Es wird noch besser weil seine Frau ist auch Psychoanalyptikerin und gemeinsam haben die beiden, die übrigens auch eine dreijährige Tochter haben, jetzt einen Buch geschrieben.

00:02:18: und dieses Buch heißt Jetzt bin ich schon wie meine Eltern.

00:02:22: Das ist das Spannende daran.

00:02:23: Genau,

00:02:23: der Untertitel lautet wie Erziehung über Generation wirkt und dass es noch spannender also... Und jetzt erklärt sich deine Frage und ich glaube jetzt kommen gleich noch ganz viel mehr Fragen weil das ist total brandheißes Thema würde ich mal sagen oder?

00:02:39: Absolut!

00:02:40: Und Randnotiz Jetzt bin ich schon wie meine Eltern einfach mal in unterschiedlicher Betonung vor sich hin sagen Dann wird man vielleicht verstehen, dass es unterschiedliche Intentionen dafür

00:02:53: gibt.

00:02:53: Können wir ja gleich mal machen!

00:02:54: Jetzt sagen wir auf jeden Fall erstmal willkommen Jakob.

00:02:56: schön, dass du da bist bei den echten Papas.

00:02:59: Ja, schön das du da ist Jakob.

00:03:01: Hallo danke für die Einladung.

00:03:02: ich freu mich.

00:03:03: Wir freuen uns weil Du bist hier Weil Du mit Deiner Frau Cecil gerade ein neues Buch geschrieben hast Und allein der Titel ist schon total spannend.

00:03:13: Der lautet nämlich jetzt bin ich schon wie meine Eltern?

00:03:16: Habe ich das mit der richtigen Betonung gerade gelesen?

00:03:20: Man kann es unterschiedlich betonen.

00:03:22: Jetzt bin ich schon so wie meine Eltern.

00:03:24: endlich!

00:03:26: Genau, wenn wir sehen...

00:03:27: Ich bin nicht schon müde.

00:03:29: Es gibt also sehr viele Betonungen.

00:03:32: Ich würde von dir ganz gerne mal wissen zum Start in welcher Situation dieser Satz denn zum ersten Mal durch den Kopf gegangen ist, mit welcher Betonnung auch immer.

00:03:40: Kannst du dich daran erinnern?

00:03:44: selbst wenn man sich damit beschäftigt und wie Psychoanalytiker usw.

00:03:48: ist, ist man davor nicht gefeilt dass ein oder das eigentlich ständig so geht.

00:03:52: also ich erinnere mich an eine situation da habe gar nicht ich selbst das gedacht sondern meine frau oder damals war es noch partnerin und die hatte mir echt das rück gemeldet weil sie das ein bisschen genervt hat nämlich dass ich so wie mein vater rede manchmal sogar bis in den wortlaut hinein oder so bestimmte Interessen Themen auf die derselbe Weise irgendwie vertrete wie er und sie hatte das gesagt, irgendwie du redest immer wieder ein Vater.

00:04:18: Und irgendwie nervt mich dass das bis doch gar nicht richtig du.

00:04:21: Ich glaube es hat gestimmt.

00:04:23: also ich habe es dann erst nicht so ganz wahr haben wollen weil ich habe mich da auch angegriffen gefühlt aber dann irgendwie im weiteren Verlauf als ich darüber nachgedacht hab muss sich sagen doch das stimmt.

00:04:33: Ach hätte ja auch einen Loop sein können oder?

00:04:36: Ja, also es hat doch viel damit zu tun dass ich eigentlich glaube ich eine ganz große Sehnsucht nach meinem Vater eichzeit lebens hatte.

00:04:43: Also ich komme ja aus einer Generation wo's glaub' ich noch nicht so ungewöhnlich war das der Vater eher weit weg war und nicht so verfügbar.

00:04:51: Und das so werden wie der Vater so ganz viele Eigenschaften übernehmen glaube ich bei mir auch so ein Versuch weil mir den Vater so herzuholen.

00:05:00: Also etwas von ihm immer so bei mir zu haben indem ich so ein bisschen ihn übernehme in bestimmten Weißen.

00:05:05: Also damit hat es, glaube ich viel zu tun.

00:05:07: Deswegen war's gar nicht nur so ein Erschrecken sondern ich hab das Gefühl gehabt ja man will mir... meine Frau will mir was wegnehmen, darf ich jetzt nicht so wie mein Vater sein?

00:05:17: Ich

00:05:17: find' dass ja.

00:05:18: also ich freue mich jetzt schon auf unsere Folge hier, auf unser Gespräch!

00:05:22: Der Satz hat ja was von einem Vorwurf je nach Betonung.

00:05:30: und warum schwingt in dieser Aussage denn sowas Negatives mit?

00:05:34: weil Denk bei diesem Satz immer so ein Stück weit Transaktionsanalytisch, beziehungsweise so rein aus der Transaktionsanalyse.

00:05:42: Das älterne ich was ja auch ein Stück weiter das ganze widerspiegelt.

00:05:47: man übernimmt quasi seine Prägung ein stückweit.

00:05:53: Also der Satz würde ich auch so sehen er ist ein bisschen zugespitzt.

00:05:56: Also klar Buchcover und Buchtitel, der soll's zum Zugreifen verleihen.

00:06:01: Aber er ist ein bisschen zugespitzt und im Satz selbst ist ja schon so was Negatives irgendwie.

00:06:05: Jetzt bin ich schon wie meine Eltern also was soll das sein?

00:06:08: Aber tatsächlich ist die Rückfrage finde ich sehr berechtigt weil eigentlich die Prägungen unserer Eltern sind ja jetzt nicht per se immer etwas Negatives sondern sie sind ja erstmal fundamental was existenziell wichtig ist.

00:06:22: Wir sind unsere Geschichte, wir ruhen auf der Geschichte und den Dingen die uns unsere Eltern und andere natürlich mitgegeben haben.

00:06:30: Das ist per sie erst mal nichts Verkehrtes.

00:06:33: aber ich glaube diese negativen Aspekte die trägt man halt auch in sich mit.

00:06:37: also man bekommt nicht nur gute sondern bekommt auch Dinge die man ärgerlich findet und die man nicht wollte.

00:06:42: Und auch das ist ein Teil von einem.

00:06:44: und meistens im Alltag ist es ein bisschen der Tagebuch Effekt Man wird nur aufmerksam und schreibt nur was auf und bemerkt nur etwas Wenn ein was stört.

00:06:52: und genauso ist mit solchen Sachen auch, da merkt man dann irgendwie plötzlich mal wieder oder das was man eigentlich nicht wollte.

00:06:58: Was einem nicht gefallen hat und dann springt unser Bewusstsein an und denkt sich um Gottes Willen jetzt mache ich es auch und merke gar nicht dass wir das ständig auch Dinge wiederholen ohne dass wir's merken und wo es auch völlig in Ordnung ist.

00:07:09: Wobei ja eigentlich die Bewertung ob jetzt negative Seiten oder positive Seiten übernommen wurden von unseren Eltern ja eigentlich der Partner die Partnerinnen machen.

00:07:23: Man kann es ja gar nicht so direkt benennen, ob das jetzt gut oder schlecht ist.

00:07:28: Oder?

00:07:31: Es kommt darauf an.

00:07:32: also zumindest hat man für sich selber denke ich eher einen blinden Fleck.

00:07:35: Also es fällt dann allgemein schwer glaube ich sich selbst einzuschätzen und sich zu vergleichen.

00:07:40: also weil man sich selbst halt nicht so gut von außen sehen kann.

00:07:43: und die Partnerin wenn sie einen sehr gut kennt dann kannte ihr das besser oft mal als man selber... also wie bei mir.

00:07:49: das war eigentlich genau das Beispiel dass mir nicht so bewusst war, was hat sie dann sehen können?

00:07:57: Jakob du bist ja Psychoanalytiker mit eigener Praxis auch.

00:08:02: Ist denn das Verhältnis eines erwachsenen Menschen zu seinen Eltern eigentlich schwerpunktmäßig eher negativ oder positiv?

00:08:10: kann man das so sagen?

00:08:11: oder hängt das auch ein bisschen vom Alter ab?

00:08:15: reflektiert man später mehr und auch das Verhälte zu seinem Eltern erscheint es dann in einem anderen Licht.

00:08:22: Ja also... Es hängt, glaube ich schon vom Alter ab.

00:08:25: Also würde man die Frage einem fünfzehnjährigen stellen, kommt wahrscheinlich das ganz anders raus als wenn man sie einen im fünfundvierzig jährige stellt.

00:08:31: Okay der

00:08:32: Fünfzehnjährige würden die Eltern immer doof finden wahrscheinlich?

00:08:34: Das ist ja ganz klar bei dem Teenager.

00:08:36: Ja

00:08:36: hoffentlich!

00:08:38: Das braucht man ja ein bisschen dieses sich abgrenzen und so.

00:08:42: Also erst mal in einem ganz anderen Thema und da heißt belautet die Frage auch was anderes dann will man ja gerade nicht so sein wie seine Eltern und es ist extrem wichtig sich abzugrenzen zu sagen nein so bin ich nicht Ich, während ein forty-fünfjähriger vielleicht einen ganz anderen Blick schon auf sein Leben hat und merkt das Dinge von dem man glaubte sich wegzustoßen dann doch wiederkommen.

00:09:03: Und über die lange Sicht des Lebens doch viele Kontinuitäten so existieren.

00:09:07: Wenn du mich jetzt fragst zur Psychoanalysen ist es natürlich ein bisschen gebeierst weil zu uns ja in die Praxis Leute oft kommen zumindest die schwierige Erfahrungen in ihrer Geschichte haben und wo's oft um problematische Aspekte geht.

00:09:20: aber es ist selten dass man das in gut und schlecht einteilen kann.

00:09:24: Ich würde sagen, das Verhältnis zu unseren Eltern ist ambivalent.

00:09:29: also es gibt fast immer sowas wie Dankbarkeit auch manchmal Schuldgefühl den eigenen Geldern gegenüber einen ganz großen Wunsch den Eltern nahezu sein von ihnen gesehen oder anerkannt zu werden.

00:09:40: Und dann gibt's viele Dinge die dann schwer verdaulich sind also gerade wenn es um psychotherapeutische Sachen geht Also zum Beispiel das Gefühl nicht so gesehen worden zu sein, wie man es gebraucht hat oder nicht anerkannt wurde zu sein.

00:09:52: Oder verurteilt wurden zu sein oder überhaupt übersehen geworden zu sein.

00:09:56: und das schafft so eine Wunde im Verhältnis zu den Eltern die doch einen Leben lang begleiten kann als Thema also wo man so zum Beispiel einen Vorwurf eigentlich an die Eltern der Masse in sich trägt.

00:10:08: Und das ist wie so ein Kram und den trägt man so ein bisschen im Leben mit sich.

00:10:13: Das ist jetzt keine Frage aber ich finde es tatsächlich ganz spannend weil Dritter beobachten da, also wenn ich mir andere Beziehungen angucke zwischen Kindern und ihren Eltern dann bin ich immer sehr schnell in der Einordnung.

00:10:26: tatsächlich so auch die haben eine gute Beziehung.

00:10:30: Und sie haben eine schlechte Beziehungs aber Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe ist es meistens nicht schwarz und weiß sondern alles grau.

00:10:38: Also es gibt natürlich extreme wahrscheinlich gerade ins negative wo Eltern und Kinder brechen und gar keinen Kontakt mehr haben.

00:10:47: Und dann gibt es augenscheinlich wahrscheinlich auch sehr gute Beziehungen, die aber tatsächlich wenn man mal da ein bisschen an der Oberfläche kratzt immer eine Wunde zu Tage führen richtig?

00:10:59: Auf jeden Fall!

00:11:00: Also ich bin jetzt kein Freund davon quasi so einen Generalvertrag auf Beziehung zu setzen.

00:11:05: sagen was irgendwo muss hier der Fehler sein, wenn die sich gut verstehen das stimmt fast nicht.

00:11:10: Aber natürlich... gibt es das auch, dass Dinge an der Oberfläche harmonisch scheinen oder gut scheinen.

00:11:16: Was viel damit zu tun hat ist zum Beispiel in der Familie gar keine Kultur besteht, wie Konflikte ausgetragen werden.

00:11:23: Also ein Kind erlebt seine Eltern eigentlich sehr verletzlich.

00:11:28: Die brauchen ganz dringend das Gefühl von ihren Eltern geliebt und einer kann zu sein.

00:11:32: Und die müssen immer das Gefühl haben sie machen's richtig als Eltern!

00:11:35: Wenn nicht dann sind die Eltern ziemlich labil und können schnell in etwas Wer vielleicht sehr gekränkt ist, verletzt das trauriges Fallen.

00:11:44: Und ein Kind was in so einer Atmosphäre aufwächst wo die Eltern vielleicht selber eben schon so eine Verletzung in sich tragen wie wird es sich sein Eltern gegenüber verhalten?

00:11:52: Wird es so richtig jetzt die Elebogen rausholen in der Jugend und sagen hier ich weg mit euch und wir es macht es falsch oder kriegt es vielleicht das Gefühl Ich muss meine Eltern schon und ich muss etwas machen Wenn ich mich ärger, dann nehme ich das zurück.

00:12:05: Ich darf es nicht an meine Eltern richten!

00:12:07: Ich muss die Beziehung bewahren.

00:12:09: Ich muss aufpassen dass es meinen Eltern gut geht und muss immer was machen, dass sie dieses Gefühl haben... Es stimmt alles.

00:12:15: Und wenn das das ist, hat das Kind eigentlich extreme Schuldgefühle.

00:12:19: mal etwas gegen die Eltern zu sagen, einen normalen Ärger zu äußern und fügt sich quasi in die Beziehen passt sich total den Bedürfnissen der Eltern an Sieht an der Oberfläche dann harmonisch aus, irgendwie streiten sich nicht und die machen total viel zusammen und super.

00:12:33: Und obwohl sie schon erwachsen sind, sind immer noch total eng.

00:12:36: aber wenn man dann ja in Therapien zum Beispiel mal etwas genauer darüber sprechen würde merkt man das total viel vergrabender Ärger.

00:12:44: nur er kann nicht geäußert werden.

00:12:47: Kann man das ein Stück weit mit dem Bild der Glaubenssätze oder der Strategien, die wir über die Zeit entwickeln, vergleichen?

00:12:57: In welcher Weise meinst du

00:13:00: diese Anpassungsfähigkeit beispielsweise von der du gerade gesprochen hast, ist ja eigentlich glaube ich behaupt dich.

00:13:06: Du bist der Experte eine Art Strategie, eine Überlebensstrategie als Kind.

00:13:11: also ich pass mich an weil Natur hat mit dir gegeben Eltern füttern mich.

00:13:17: Mit denen sollte ich es mir nicht verschärzen.

00:13:21: Also in wirklicher Strategien oder sind das vielleicht auch die berühmten Glaubenssätze?

00:13:25: Oder resultieren die da draus?

00:13:26: Vielleicht bringen wir gerade zwei Sachen durcheinander.

00:13:29: Nein, das kann man so sehen.

00:13:30: Also ein Kind was auf die Welt kommt und mit seinen Eltern aufwächst ist ja erstmal absolut auf die Eltern angewiesen.

00:13:38: Das braucht die Beziehung zu den Eltern und nicht nur um gefüttert zu werden sondern es braucht die Bindung und die emotionale Nähe und die Anerkennung.

00:13:46: also um psychisch nicht nur körperlich sondern auch psychisch zu überleben muss es eine gute Beziehungen oder eine möglichst gute Beziehenen zu den Eltern haben.

00:13:53: Und wenn da irgendetwas in der Beziehungs schief liegt Also zum Beispiel die Eltern eben keine Kritik vertragen können oder die Eltern vielleicht selbst sehr urteilen sind, dann muss das Kind irgendetwas machen und es ist ein Glaubenssatz der sich daraus entwickelt.

00:14:08: Was muss ich tun um diese Beziehung zu bewahren?

00:14:11: Was muss mich tun damit meine Eltern sich mir zuwenden?

00:14:14: Auch... Das ist für Kinder auch wichtig damit's meinen Eltern gut geht.

00:14:17: Kinder wollen dass es ihren Eltern gutgeht.

00:14:18: wenn es den Eltern nicht gut geht dann fühlen sich die Kinder auch nicht gut.

00:14:21: also was muss ich dafür tun Und das ist ein klein bisschen grob damit mit den Glauben setzen, aber letztlich entwickeln sich solche Strategien.

00:14:28: Ich muss meine Bedürfnisse meinen Ärger meinschreien mein traurig sein.

00:14:32: Das muss ich verstecken.

00:14:34: Dann geht es meinem Eltern gut dann ist die Beziehung in Ordnung dann passiert nichts.

00:14:38: und wenn ich die zeige?

00:14:39: Dann verletzt dich meine Eltern dann schweiß ich die zurück.

00:14:42: das darf ich nicht machen und das bleibt dann quasi in einem.

00:14:46: Und als Glaubenssatz ist das so wie ein Lebensmotto, auch wenn es eigentlich bewusst ist.

00:14:49: Also nicht so dass man das bewusst denkt sondern so handelt man dann in Beziehungen auch gegenüber Partnern oder in anderen Beziehung später

00:14:56: Wo sich ja der Kreis schließt zu den negativen Eigenschaften die der Partner da wahrscheinlich sind?

00:15:02: Das kann sein.

00:15:03: also zum Beispiel wenn man Glück hat und jetzt nicht einen Partner genauso sucht er auch genau so wie die Eltern ist also der auch wieder verletzlich ist und geschont werden muss.

00:15:11: das gibt's auch her.

00:15:13: Sondern jemand der ein bisschen ein Paroli bietet würde die Partnerin oder der Partner vielleicht sagen, Mensch ich möchte jetzt mal dass du deine Meinung sagst ja irgendwie... Ich weiß immer nicht wo du stehst.

00:15:23: Warum?

00:15:24: Ich merke doch dich ärgert was und du sagst das nicht.

00:15:26: Ja tu's mach aus!

00:15:27: Man sagt die Person ja eigentlich Du verletzt mich doch gar nicht so wenn du mal deine Meinung fragst sondern eigentlich kann ich das gut vertragen.

00:15:34: Ich will das sogar.

00:15:35: Und so können sich solche Glaubenssätze ändern wenn man sich dann traut sich anders zu verhalten als man es vielleicht in seinem Leben gemacht hat

00:15:46: ist, blämmer mal bei den Eltern.

00:15:48: Mutter-Vater gibt es?

00:15:50: Kann man pauschal sagen mit wem wir eigentlich die größeren Probleme haben?

00:15:57: Muttern oder Vaters oder... Ist das eher wirklich eine individuelle Bestimmung und das sind die Umstände, die dazu führen?

00:16:06: Also jetzt so global glaube ich kann man das nicht sagen.

00:16:09: also wenn ich so Behandlungen und Therapien mir anschaue Das ist wirklich extrem individuell.

00:16:15: was ich schon sagen würde, aber jetzt eben mit sehr individuellen Abweichungen ist es aber dass es so typische Themen gibt.

00:16:22: Also die Auseinandersetzung mit der Mutter, die steht typischerweise in unserer Gesellschaft im Vordergrund weil sie so meistens zumindest so die erste enge Bindungsfigur ist.

00:16:32: also das ist eigentlich die Person die so nah dran ist und mit der man so die Konflikte des Alltags öfter hat und von der es auch viel um die Frage geht wie löse ich mich von der?

00:16:42: So wie kann nicht sozusagen unabhängig sein gerade als Mann?

00:16:45: Wie kann ich meine Männlichkeit behaupten, wie... Ich bin nicht die Mama und ich bin ganz anders.

00:16:49: Und das ist sozusagen an der Oberfläche sieht es dann aus.

00:16:52: Es gibt viel um die Mutter aber im Hintergrund geht's eigentlich fast immer auch um den Vater.

00:16:57: Und zwar egal ob er da ist oder nicht weil der Vater selbst für ihn abwesend ist eine total große Rolle spielt.

00:17:04: Der Vater ja gerade die entscheidende Figur ist, die zum Beispiel in die Beziehung zwischen Mutter- und Kind irgendwie noch mal was ganz anderes reinbringen kann ne?

00:17:13: alternativer Beziehungserfahrung ermöglicht, der die Welt anders sieht.

00:17:18: Der ist als Bindungsfigur unendlich wichtig und wenn Väter nicht verfügbar sind oder wenn sie ausfallen in irgendeiner Art und Weise dann hat das meistens erhebliche gravierende Folgen auch für Kinder.

00:17:33: Das ist nur meist ein bisschen im Hintergrund.

00:17:34: also das würde ich schon sagen es ist ein bisschen stiller sortiert.

00:17:37: der Einfluss des Fahrers denn entdeckt man dann meistens in Therapien erst so.

00:17:40: Man merkt momentan, aber eigentlich ist der total Riesenthema mit meinem Vater.

00:17:44: Ich bin zum Beispiel extrem enttäuscht und an einer riesen Wut.

00:17:47: Das ist gar nicht nur die Wut auf die Mutter und dass sie irgendwie so nervig ist und so sondern eigentlich rufe ich die ganze Zeit nach meinem Vater da innerlich und krieg keine Antwort und das taucht dann oft in Therapien so auf

00:17:58: im Verlauf.

00:17:59: Du hast gerade von gravierenden Problemen gesprochen?

00:18:03: Hast du ein Beispiel?

00:18:04: also wie kann man sich das vorstellen?

00:18:08: Also gravierend ist natürlich wenn es wieder so in Extreme geht Also zum Beispiel schon, dass gerade für die Entwicklung von Jungs oder die männliche Entwicklung ist der Vater so als Identifikationsfigur eigentlich schon ganz früh sehr wichtig.

00:18:21: Und Jungs brauchen das oft als eine Rollenfigur, wo sie ihre männliche Identität entdecken können, wo Sie die Abgrenzung... Das klar ist es heute alles ein bisschen liberaler und man kann das jetzt nicht so streng sind.

00:18:33: Ich mache's so ein bisschen schematisch aber trotzdem.

00:18:37: Wo Jungs so ein bißchen Ihre männliche Rollen-Identität entDecken und dann auch so sein wollen wie der Vater und viel übernehmen vom Vater.

00:18:44: Und das ist ganz wichtig eben in dieser geschichtete Abgrenzung, also rauskommen aus dieser ganz frühen engen Beziehung zur Mutter sich eigenständig entwickeln eine Idee davon entwickeln wie die eigene Identität aussieht.

00:18:58: Wenn es da niemanden gibt... Also das Kind sucht oder Junge sucht eigentlich nach so einer Figur und es existiert keine.

00:19:04: Der Vater ist entweder Hat er die Familie verlassen oder haben sie sich getrennt?

00:19:09: Ist überhaupt nicht verfügbar, interessiert sich nicht.

00:19:11: Oder ist quasi körperlich anwesend aber weiß ich nicht nach der Arbeit erschöpft geht eigentlich nicht wirklich auf das Kind ein hat nicht wirklich Interesse am Kind.

00:19:20: dann ist es wie so eine Lehrstelle und ich sage mal dass Kind das sich so ein bisschen lösen will aus diesen frühen Bindungen Der Junge der greift nach einem Geländer und greift ins Leere rein Und das ist oft was für Kinder extrem schwierig Und was dann schon im ganz frühen Kindesalltag gibt es Untersuchungen dazu, gerade bei Jungs.

00:19:37: Bei Mädchen auch aber bei Jums verstärkt in zu Verhaltensauffälligkeiten mündet.

00:19:43: also wie kann ich denn dann zeigen dass sich ein Mann bin?

00:19:46: Ich habe keine richtige Idee von so einem Rollenbild.

00:19:49: Dann muss ich die ganze Zeit irgendwas machen was so super männlich ist und die ganze zeit aggressiv sein oder übermäßig so zeigen was ich alles kann Also die ganzezeit so kompensieren.

00:20:00: das da eigentlich in mir in meiner Identität eine Lehrstelle ist und die eigentlich durch die Erfahrung mit meinem Vater gefüllt werden müsste, können auch andere Männer ersetzen.

00:20:10: Also es muss nicht unbedingt nur der Vater sein kann auch der Erzieher oder so sein.

00:20:14: aber da ist es ja meistens auch so dass das eher dann weibliche Figuren

00:20:17: sind.

00:20:17: Und

00:20:18: man muss hier auch erstmal anbieten ein Ersatzvater sozusagen.

00:20:23: Interessant!

00:20:25: Jakob der Untertitel eures Buches lautet Ja wie Erziehung über Generationen wirkt?

00:20:31: Hast du da vielleicht mal einen Typisches Beispiel für uns, was damit gemeint ist.

00:20:39: Wir haben ja auch Erziehungsstile die ja aber auch über die Generation sich verändert haben tatsächlich vom autoritären Stil noch von unseren Großvätern bis hin zur Bindungsorientierung da es ja einiges passiert.

00:20:52: Das stimmt.

00:20:53: also ich glaube das Wichtigste ist erstmal für uns in dem Buch gewesen dass so Erziehung nicht nur auf einer bewussten Ebene stattfindet.

00:21:00: Also klar, wir haben so Sachen von denen uns klar ist, dessen deren wir uns bewusst sind dass wir sie weitergeben wollen.

00:21:07: Ich möchte das mein Kind zum Beispiel lernt, dass man gerecht ist und mit anderen teilt.

00:21:14: Dass man aber auch seine Interessen durchsetzen kann usw.. Das haben wir Vorstellungen davon und es ist die bewusste Ebene und die ist ja wichtig.

00:21:21: also schafft so eine Idee von Erziehung Wo kommt die her?

00:21:24: Also was sind denn eigentlich so die Werte, die wir irgendwie dann weitergeben wollen.

00:21:27: Das ist meistens etwas, das in der Familie tradiert wird und sich durch gesellschaftliche Einflüsse auch verändert.

00:21:34: Wenn ich im Jahr neunzehntundzwanzig aufwachste, habe ich eine ganz andere Gesellschaft als neunzentzechzig oder neunzenhundertneinzig.

00:21:41: Aber trotzdem gibt es sozusagen so eine Fortsetzung von bestimmten Werten.

00:21:46: Und sie findet eben nicht nur auf der bewussten Ebene sondern auch auf einer unbewussten Ebenen statt.

00:21:51: und stützen uns da eben auf das Wissen, auch aus der Entwicklungspsychologie- und Psychoanalyse.

00:21:57: Dass diese Weitergabe von Erziehungsmustern vor allem unbewusst stattfindet.

00:22:02: Also dass das was wir unseren Kindern weitergeben ganz viel ein emotionales Erbe ist und nicht nur sozusagen Leitsätze die wir im Kopf haben.

00:22:11: Und es zeigt sich viel mehr daran wie wir mit Situationen umgehen, was wir sozusagen an etwas für eine Gefühlswelt während unsere Kinder weiter geben.

00:22:20: Also als ein Beispiel, wenn man sagt jemand wächst auf in einer Atmosphäre, in die es ganz viel um Leistung geht.

00:22:27: Das wäre so typisch Nachkriegsgeneratione, sozialer Aufstieg ist wichtig.

00:22:31: Familien möchten rauskommen aus irgendwie dem Arbeitermilieu möchten das die Kinder Abitur machen also ganz wichtige Themen für ganz breite Schichten der Bevölkerung und kreieren eine Atmosfere, in der sie eigentlich ihre Kinder ganz stark unter Leistungsdruck setzen.

00:22:47: Die Eltern ausgrund von einer sozialen Geschichte haben eigentlich eine Angst, ne?

00:22:51: Wenn du jetzt nicht wirklich richtig gut für die Schule lernst.

00:22:55: Wenn du nicht schnell laufen lernest, wenn du dich schnell rechnen lernnst... ...wenn du irgendwie schlechte Noten bringst und so.

00:22:59: Wenn ich dein alles mögliche was immer mit leisten und zu tun hast, wenn Du das nicht machst dann habe ich Angst dass nichts aus Dir wird!

00:23:06: Und jemand der in so einer Welt aufwächst, der erfährt wann bin ich eigentlich gut, wann bin geliebt, wann mögen mich meine Eltern, wann kriege ich Anerkennung?

00:23:13: ja wenn ich etwas richtig mache, wenn ich es gut mach, wenn Ich eine Leistung heimbringe Das wird sozusagen der Glaubenssatz im eigenen Löhren, so gestalt ich später mein Leben.

00:23:23: Super funktional fürs Berufsleben und so, das ist richtig gut!

00:23:26: Da freut sich jeder Arbeitgeber wenn jemand so ein Mindset mitbringt.

00:23:29: aber wie ist es denn dann, wenn ich selber Kinder habe?

00:23:35: Die wenigsten Leute werden dann sagen Ich möchte dass mein Kind irgendwie total unter Leistungsdruck aufwächst.

00:23:40: die meisten Leute sagen was ganz anderes Das Entscheidende ist, wie ist es denn dann im Alltag wirklich?

00:23:47: Wie kann ich mit meinem Kind vermitteln, dass ich es liebe.

00:23:51: Dass ich es toll finde was das Kind macht.

00:23:53: Dass sich Interesse überhaupt an dem hat was das kind macht ohne dass es eine Leistungssituation ist?

00:23:58: Ich habe ja was ist mein Vorbild was sozusagen meine innere Welt die ich übernommen habe wenn die total auf Leistungen getrimmt ist gar nicht so leicht irgendwie eine andere Art von Beziehung zu finden.

00:24:08: und wir sehen es häufig dass dann vielleicht sagen die Eltern dann bestimmte Sätze nicht mehr.

00:24:12: Ich würde sagen, nicht weh.

00:24:14: Du bringst mir keine Eins nach Hause oder

00:24:15: so.".

00:24:16: Aber das Spielen mit den Kindern wird dann plötzlich trotzdem zu einer Leistungssituation.

00:24:20: Es wird immer eine Art Abfragen und ein Quiz.

00:24:23: Oder wer kann am schnellsten?

00:24:24: Oder wer läuft am weitesten?

00:24:25: Und die Begeisterung, die Freude der Eltern ist wenn das Kind schon viel früher lesen lernt als andere Kinder und schon in acht Monaten schon läuft usw.

00:24:35: Das heißt subtil auf so einer unbewussten Ebene schiebt sich dieses Leistungsthema doch wieder rein Dieser Moment, wo man plötzlich vielleicht weil man sich doch nur Druck gesetzt fühlt und dann doch eben sagt jetzt möchte ich aber das endlich mal lernst.

00:24:52: Da plötzlich merkt mein Moment jetzt habe ich den Satz, den kenne ich, den hab' ich wie meine Eltern gesagt Und es ist eigentlich nur so die Spitze des Eisbergs von einer ganzen emotionalen Klima um dass es geht.

00:25:02: Es ist super wenn man das merkt Weil dann kann man sich anfangen Gedanken rüber zu machen Wie gehe ich eigentlich mit meinem Kind um?

00:25:08: Ist es eigentlich wie ich's mache, so wie ich es gerne möchte?

00:25:13: Über wie viele Generationen zieht sich so was?

00:25:16: Kann man das bestimmen?

00:25:19: Also es gibt, darüber kenne ich keine Untersuchungen.

00:25:22: Es gibt aber Untersuchung die zeigen wir sich traumatische Erfahrungen und das ist natürlich ein bisschen etwas Spezielles, aber man kann es als Orientierung nehmen wie sich so dramatisch Erfahrungen über Familien hinweg fortsetzen.

00:25:33: also wenn ein Trauma passiert aus dem Krieg kann man das gut sehen oder zum Beispiel Flachvertreibung, Flucht oder jemand stirbt Wie lange beeinflusst das psychisch noch die Generationen.

00:25:43: Und man sagt, es sind mindestens drei Generationen.

00:25:47: mit diesem Thema Ringen also die Generation selbst dann die Kinder und die Enkelkinder, die sind damit noch konfrontiert und erst in der Ure-Enkelgeneration kommt sehr oft die Familie drauf an hat sich so ein bisschen raus gemittelt, ist nicht mehr so präsent und ich glaube dass es bei Erziehungssachen auch so, dass das einen drei Generationenschritt üblicherweise ist

00:26:08: Bei den Sätzen, die du gerade schon angesprochen hattest.

00:26:11: Also wenn du nicht bei drei im Bett bist dann so die typischen Sätze, die man von seinen Eltern.

00:26:18: auf jeden Fall gibt es da konkrete Lösungen.

00:26:22: oder heißt das also um sie selber vermeiden zu wollen oder zu können eine Art von ich muss sie sammeln Wenn Sie mir denn auffallen im Alltag und dann vielleicht ganz gezielt darauf zu achten diese nicht wieder anzuwenden.

00:26:39: Vor allem Beschuldigung, ich sag die ja immer in Stresssituation.

00:26:41: Selbst wenn ich diese Sätze doof finde und sage, ich sage sie nie irgendwann bin ich so gestresst dass Sie dann doch automatisch rausputzeln.

00:26:51: Das heißt sich redet die ganze Zeit mit deinem Vater?

00:26:56: Hat ein bisschen was exerzistenmäßiges.

00:27:01: Also naja ich würde sagen es kommt jetzt ein bisschen drauf an also letztlich diesen...es geht ja nicht um die Sätze.

00:27:08: Wenn die Sätze, die ich sage... wenn sie jetzt in irgendwie Stresssituationen passieren und eigentlich nicht so wirklich was zu tun haben mit dem wie ich sonst mit meinem Kind umgehe dann sind die blöd.

00:27:19: Dann kann ich wirklich versuchen bewusst darauf zu achten sie nichts zu sagen.

00:27:22: aber die sind auch nicht so schlimm weil es für das Kind nicht so wichtig ist was jetzt in einer einzelnen Stresssituation gesagt wird, außer man sagt jetzt ganz extreme Sachen.

00:27:31: aber ich sag mal jetzt so die typischen Dinge.

00:27:33: Wenn das Kind sonst das Gefühl hat Ich bin auch so wertgeschätzt und geliebt Und dann sage ich in so einer Stresssituation oder irgendein eskalierenden Konflikt irgendwas Blödes, werde ich damit keinen Schaden anrichten.

00:27:44: Wenn aber dieser Satz den nicht sage... ...nicht nur dieser Satzeigentlich ist sondern eigentlich bringt er das nur auf dem Punkt wie ich mich in ganz weiten Teilen meinem Kind gegenüber gebe wo vielleicht sonst ich diesen Satz nicht sage.

00:27:58: Aber irgendwie ist es trotzdem in der Art und Weise wie ich mir mein Kind gebe gegenüber trotzdem da.

00:28:03: Dann ist der Satz eigentlich eine große Hilfe weil dann merke ich was In diesem Satz vielleicht viel mehr steckt.

00:28:09: Also wenn ich jetzt nochmal das Beispiel nehme von dem Vater oder sagen wir mal den Vater, der diesen Leistungsdruck ausübt und er sagt jetzt also Wenn du jetzt in der Schule gut bist dann bekommst du das und wenn du das nicht machst dann kriegst du da's diese Sanktionsdrohne merkt plötzlich das Kind ist total geknickt.

00:28:25: Das Kind meldet ihm vielleicht zurück immer setzt zu mich unter Druckpapa Und plötzlich berührt es den Vater.

00:28:30: meistens spürt man das ja dann auch irgendwie krass.

00:28:33: Das wollte ich auf keinen Fall.

00:28:34: und ich merke, ich weiß eigentlich wie das Kind sich fühlt.

00:28:36: Weil ich das von mir kenne.

00:28:38: Dann ist dieser Satz eine Riesenhilfe weil ich kann jetzt drüber nachdenken... Wie gebe ich mich eigentlich meinem Kind?

00:28:44: Wie fühlt es sich mein Kind mit mir?

00:28:45: Wie oft mache ich das eigentlich?

00:28:47: Ich würde die Partnerin fragen, aber hast du das Gefühl, ich setze mein Kind unser Kind viel unter Druck?

00:28:53: Meistens haben die anderen einen guten Blick darauf.

00:28:55: Die sagen ja wenn die ehrlich sind habe ich schon das Gefühl eigentlich an der und der Stelle Du hast irgendwie die ganze Zeit.

00:29:00: Ich habe das Gefühl, du hast total Angst dass das Kind in der Schule scheitert.

00:29:04: Ich finde es eigentlich gar nicht so.

00:29:06: warum setzt du dir das Kind so unter Druck?

00:29:09: Also das heißt da geht's dann gar nicht zu sehr darum sich einzelne Sätze zu verbieten sondern in einem Prozess des Bewusstwerdens zu kommen Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

00:29:19: Das ist für unsere These in dem Buch.

00:29:22: Der Schlüssel zur Veränderung von Erziehungen Ist nicht wie verhalte ich mich sondern eigentlich mit mir selber um, wie gehe ich mit meinen eigenen Gefühlen

00:29:31: um.

00:29:32: Was ist eigentlich meine emotionale Welt?

00:29:34: Wenn sich die ändert dann ändern sich meistens auch die Sätze und das Verhalten am

00:29:37: Schluss.".

00:29:38: Das ist ein bisschen weitergedacht quasi ne also nicht nur zu reflektieren sondern halt so okay was mache ich damit jetzt?

00:29:45: Ja genau.

00:29:48: Jakob ich hab euer... Buch noch nicht komplett durchgelesen, aber schon quer gelesen.

00:29:53: Und ich finde es wirft eine Menge sehr interessanter Fragen auf unter anderem zum Beispiel auch die Frage reagiere ich gerade auf mein Kind oder auf meine Vergangenheit?

00:30:02: Also und ich glaube also wenn man so ein bisschen reflektiert durch das Leben geht dass einem diese Frage immer wieder aufploppt.

00:30:11: Aber wie finde ich denn heraus was nun ist auf was ich reagiere?

00:30:19: Ja, es ist manchmal nicht so leicht.

00:30:20: Ich hätte

00:30:21: eine andere Antwort gewünscht!

00:30:24: Ja aber was man... Also ein Hinweis den man finden kann ist vielleicht die Heftigkeit mit der ich auf bestimmte Sachen reagiere.

00:30:32: Ist die Emotion, die mich jetzt so leitet zum Beispiel soziale Wut oder totale Angst oder totales Verzweiflung?

00:30:40: passt das eigentlich zur Situation selbst?

00:30:42: Oder lädt sich da irgendwas aus meiner Geschichte mit auf?

00:30:46: Ich habe ein Beispiel, wo man es ein bisschen an den Nachkriegsgenerationen zeigen kann.

00:30:49: Das ist heute gar nicht mehr so häufig aber ich finde das sehr plastisch.

00:30:52: Nämlich dieses Thema sich warm genug anziehen oder den Teller aufessen oder so.

00:30:57: Das war jetzt bei meiner Oma zum Beispiel im Thema und das war ein Riesenthema.

00:31:03: also das hat meine Oma beunruhigt wenn ich irgendwie mich zu kalt angezogen hab beim rausgehen oder wenn ich nicht genügend gegessen habe, oder nicht gesund genug gegessen hab und so.

00:31:13: Das hat irgendwie meine Oma beunruhigt.

00:31:14: Hat die gestresst Und sie hat dann mich getränkt und immer wieder gefragt und auch freundlicherweise irgendwie zwar aber immer wieder wieder wieder.

00:31:21: will sie nicht noch anziehen bis sie dann ärgerlich geworden ist, wenn ich es nicht gemacht habe.

00:31:27: Jetzt krank man sich nach Kriegsgenerationen.

00:31:28: Sie ist Kriegs-Generation Sie hat Kriegserfahrungen erlitten, sie hat richtig Noterlitten und Armut.

00:31:34: und da is ein Thema eigentlich aus ihrer Geschichte wenn es um Essen geht, genügend Aufessen, warm sich kleiden.

00:31:41: Das sind existenzielle Überlebensthemen mal gewesen in ihrer Geschichte und für meine Oma glaube ich war das nicht einfach nur irgendwie holt sich jetzt das Kind ein Schnupfen oder nicht sondern es war irgendwo schwebt unbewusst die Frage mit ja ist mein Kind überlebensfähig?

00:31:57: versorge ich meinen Kind richtig gebe ich ihm das mit damit es nicht irgendwie ganz schlimm irgendwie einen ganz schlimmen Weg nimmt und dass hat für sie die Situation sehr aufgeladen Ganz typisch für die Nachkriegs-Generationen.

00:32:07: Die Großeltern-Generation von mir, glaube ich war viel so und da hat das Thema eigentlich meine Oma auf ihre Geschichte reagiert und gar nicht so sehr auf mich weil es gibt genügend zu essen.

00:32:21: Ich werde mir schon jetzt das Richtige holen, ich werde nicht verhungern und ich werde auch nicht erfrieren Und so dieses Problem besteht eigentlich nicht kann man eigentlich locker sehen.

00:32:29: Spannend weil das mache ich ja auch immer.

00:32:33: Genauso reagiere ich, wenn der Sohn mit T-Shirt im Winter bei minus zehn Grad rausgeht oder mal wieder irgendwie... Ich mag nicht essen.

00:32:43: Ich will das nicht.

00:32:44: Aber ich bin jetzt schon satt und sowas.

00:32:46: Das ist spannend weil es steckt dann bei mir extrem tief scheinbar drin.

00:32:50: Es war auch ein Stück weit eine Großelterngeneration dazwischen waren noch meine Eltern.

00:32:55: Und trotzdem finde ich mich gerade total wieder in der Beschreibung

00:33:00: kann natürlich auch ganz andere Ursachen haben.

00:33:03: Es muss nicht jetzt so eine Kriegsgeschichte sein, es kann auch um das Thema gehen... Ja ich bin

00:33:06: eher Kind und das kann natürlich je nicht gehen!

00:33:10: Ehrlich gesagt.

00:33:11: aber man sorgt sich ja doch immer darüber wenn das Kind sich zu luftig anzieht dass er sich flächerkältet und dann wird es krank.

00:33:18: und da hat man wieder die Diskussion wer zu Hause bleibt.

00:33:21: wie ist das mit der Kinderbetreuung?

00:33:22: also da kann sich ja noch einiges drauf schichten.

00:33:25: Ja, die Intention ist vielleicht eine andere und trotzdem glaube ich dass der Ursprung also den Nucleus irgendwo schon ja weiter hinten liegt.

00:33:35: Das sind halt die Abwägungen im Alltag.

00:33:37: Deswegen ist es die Frage schwer zu beantworten.

00:33:39: Ist das jetzt auch einfach angemessen?

00:33:41: Also minus zehn Grad T-Shirt und bis so gerade erst hast du dich von der Bronchitis erholt oder so... Ich kenne das auch!

00:33:49: Und jetzt geht nicht mit T-shirt raus.

00:33:53: Oder ist es eine Situation, die viel grenzwertiger ist und wo ich jetzt total den Stress reinbringe?

00:33:58: Das ist mein Thema.

00:33:59: Irgendetwas laboriere ich dahinter.

00:34:02: Es ist gar nicht die Realität des Vielambivalenten und dann nimmt man die Jacke mit und zieht sie halt draußen an wenn's dem Kind kalt wird.

00:34:09: Man kann das halt nicht sozusagen eins zu eins von außen sagen sondern man kann eigentlich nur so Reflexionshilfen geben dass man im Alltag versucht ein bisschen einen Gefühl dafür zu entwickeln.

00:34:18: Wo bin ich das und wo ist jetzt die Situation?

00:34:21: oder mein Kind?

00:34:22: Ja, steilvoller Gedanke für die Stichwörter weil genau das wäre nämlich um meine Frage wenn du jetzt einen ganz chaotischen Familien Eintag Alltag hast.

00:34:28: Wie willst du denn wir jetzt schon diskutieren über Reflexionsannahmen und welch was könnte es sein?

00:34:36: Wie willst Du das in so einem chaotischem Familienalltag der Trubelig ist hinkriegen?

00:34:41: Ja, wie macht ihr das Jakob?

00:34:43: Eure Tochter ist jetzt drei.

00:34:44: Also das ist ja trubeliger!

00:34:46: Kannst du eigentlich gar nicht

00:34:47: sein?!

00:34:47: Ja,

00:34:47: das stimmt.

00:34:49: Ich krieg das auch nicht hin.

00:34:50: also ich kann das nicht im Alltag.

00:34:52: Ich mach genauso solche Sachen und falle in irgendwelche Muster und hab meine Grundüberzeugungen und so... ...ich bin davon nicht frei Und ich kann mich jetzt auch nicht jedes mal hinsetzen.

00:35:02: bevor ich irgendwas zu meiner Tochter sage reflektiere ich erst mal, ob es mit der Kriegsgändengeschichte meiner Familie zu tun hat.

00:35:09: Das funktioniert natürlich so nicht!

00:35:12: Es ist einmal wo Probleme auftreten?

00:35:14: Also wo man merkt, man kommt immer wieder in ein Muster rein also da ist irgendwas verfestigt sich.

00:35:19: das sind die Stellen, die man überhaupt sich quasi mal vornehmen sollte um über sie nachzudenken und drüber zu sprechen.

00:35:25: wenn das jetzt irgendetwas mal im Alltag was da alles passiert meine Güte ja dass werden wir nicht verhindern können.

00:35:30: aber ich sage mal das Muster wiederholt sich zum Beispiel keine Ahnung.

00:35:34: beim Schlafen gehen und so oder beim Kindergarten gehen morgens immer wieder das gleiche.

00:35:38: Es kommt immer wieder ähnliche Konflikt, ich werde ähnlich wütend, ich reagiere ähnlich.

00:35:42: mein Kind reagiert ähnlich.

00:35:43: wir verfahren uns richtig in der Situation.

00:35:46: So da kann man doch mal dann wenn man mal eine ruhige Minute hat gerade ich finde es reden mit anderen darüber wichtig weil man jemanden hatten mit dem man sich austauschen kann versuchen die Situation ein bisschen zu durchdringen.

00:35:57: was passiert eigentlich nicht unter der Annahme nur das Kind ist so nervig Wenn ich es mal wirklich so psychologisch auftröseln, das versuchen wir im Buch ja so ein bisschen exemplarisch zu machen an ein paar Situationen.

00:36:09: Wie kann ich das so wie in so Schichten betrachten?

00:36:12: Und an welcher Stelle bringe ich da eigentlich was rein?

00:36:16: Warum habe ich zum Beispiel diesen Zeitdruck und diese Angst die ganze Zeit?

00:36:20: zum Beispiel Wir kommen zu spät ist mein Stress.

00:36:22: Ich hab die ganze zeit einen Stress bekommen zu späht wir schaffen's nicht und wir müssen schon da und da sein und so.

00:36:28: Da ist irgendwie meine angst Die Kontrolle zu verlieren vielleicht Und die erzeugt so einen dauernden Druck und auf den reagiert mein Kind, weil es halt noch klein ist mit Verweigerung.

00:36:37: Das versteht noch nicht warum ich jetzt irgendwie so einen Stress und Druck mache in der Arbeit muss sondern das spürt nur ich will sie drängen und Kind reagiert dann nicht weigert sich und da fahren wir uns fest.

00:36:46: Sondern an solchen Stellen glaube ich hilfreich die extra mal rauszunehmen sich wirklich auch wenn's unangenehm ist mal wirklich Partnerin zu fragen oder mal das Umfeld zu fragen wie ist das bei euch?

00:36:57: Wie erlebt ihr das?

00:36:58: Mal weg von diesem Das ist unser typisches Muster, so werden wir das Problem ein bisschen los.

00:37:03: Das Kind ist so, ja?

00:37:04: Klar, Kinder sind unterschiedlich.

00:37:07: Manche Kinder sind auch schwieriger in bestimmten Situationen aber meistens es nicht nur so oder dass das Kind irgendwie ist und wir können nichts anderes machen sondern hat oft doch was mit uns zu tun.

00:37:16: Ich habe gerade so'n bisschen gewitzelt als ich gesagt hab, ich komme aus der DDR oder bin da ein paar Jahre aufgewachsen, DDR-Kind und trotzdem ist dann natürlich auch eine ernste Komponente dabei weil wir gerade so bei Reflektionen sind.

00:37:31: Tatsächlich habe ich im Buch gelesen es gibt eins das nennt sich das DDR oder das DDR Erbel in der Seele und ich hab mich wirklich damit auseinander gesetzt und da steckt echt viel drin.

00:37:43: und ich glaube also es gibt viele Bücher es gibt euer Buch es gibt Bücher die sich dir auch ein Stück weit vielleicht Nach Kriegsgenerationen sich damit beschäftigt.

00:37:53: Wenn ich glaube, dann kriegt man zumindest einen leichten Eindruck davon wie mir manchmal so gestrickt sind.

00:38:01: Ich finde auch dieses Gucken in die Geschichte mit Büchern geht es wunderbar ein bisschen die Familiengeschichte und gucken was ist eigentlich das Thema in der Familie?

00:38:10: DDR-Geschichte irgendwie Kriegsgeschichte Aufstiegsmikrationsgeschichte gibt's ja sehr viel.

00:38:16: und was sind da eigentlich so die Themen?

00:38:18: Und oftmals findet man dann die Spur zu sich und versteht sich etwas besser in seine Reaktion.

00:38:24: Und um Psychologisches meistens so, wenn man sich selber besser versteht... ...dann reagiert man automatisch an das.

00:38:29: da brauche ich gar kein neues Verhaltensprogramm mehr sondern dann bin ich entspannter.

00:38:33: in Situationen weiß ich quasi was jetzt dem ihr gerade angeht und dann geht es meistens gar nicht mehr so an oder nur noch jetzt in bestimmten Situationen vielleicht

00:38:41: Okay aber um das mal im Revue passieren zu lassen damit ich das richtig verstehe.

00:38:45: Also wenn ich regelmäßig austicke im Familienalltag, zum Beispiel beim Zähne putzen und dieses Muster dann sozusagen erkannt habe oder dieses Problem, dann ist die beste Möglichkeit das zu überwinden tatsächlich der Austausch mit anderen und die Beschäftigung in meiner Vergangenheit und... Oder muss ich dann auch gleich einen Termin bei dir buchen?

00:39:14: Also was krieg ich noch selbst in den Griff?

00:39:21: Ich kann es zu zwei Seiten beantworten.

00:39:23: Die eine Seite ist meine Wunschseite, die andere Seite ist die Realität.

00:39:27: Meine Wunsche-Seite wäre so dass eigentlich sowas wie Psychotherapie total niederschwellig ist.

00:39:34: nicht immer gleich schon mir gehts ultra schlecht Und ich brauche jetzt richtig Behandlung und ich bin krank.

00:39:40: Sondern dass Psychotherapie viel mehr genutzt werden kann für auch Beschwernisse, die im Alltag auftreten und sich wiederholen, also dass sie Leitproduzieren.

00:39:48: nicht quasi einfach nur rat sondern schon da ist etwas aus dem komme ich nicht raus.

00:39:52: Dass man Psychotherapies so nutzen könnte.

00:39:55: Meistens braucht man überhaupt nicht viel dafür.

00:39:56: Da kann man ein zwei drei Stunden redet man mit jemandem darüber der sich gut auskennt, der auch ein bisschen auf die eigene Geschichte achtet kriegt eine neue Perspektive.

00:40:05: Damit ist schon extrem viel erreicht, also da geht es nicht darum dass man jetzt irgendwie viele Jahre in Therapie gehen muss deswegen.

00:40:11: Aber das ist eigentlich meine Erfahrung, das ist so hilfreich und das bewegt so viel, dass es mir wehtut zu sehen, dass gleichzeitig die Kapazitäten dafür so wenig da sind.

00:40:25: Also dass das System so überlastet ist, dass man eigentlich Schwierigkeiten hat genau so eine Anlaufstelle zu finden vielleicht noch für ganz kurze Sachen mal.

00:40:35: Aber die Realität ist, dass es schwierig ist, Therapieplatz auch für Kleinergedinge zu finden und... ...dass man mal so einfach zum Therapeuten mal hingeht.

00:40:43: Wenn man merktlich hat ein Thema ich würde das gerne mal besprechen Ich würde mal drüber nachdenken ob man vielleicht mal sowas wenn man sich leisten kann kommt auf einmal Privatzahlt einfach dann ist man bis hin besser geschätzt.

00:40:53: Man sagt ich nehme jetzt mal zweihundert Euro in die Hand für zwei Stunden.

00:40:57: Das bringt viel aber hängen natürlich davon ab wie die finanzielle Situation ist.

00:41:02: Also Die Realität ist glaube ich, dass es schwierig ist das immer so zu lösen.

00:41:07: Die Realität ist auch, dass man das nicht immer braucht sondern dass man mit seinen Alltagsbeziehungen machen kann.

00:41:13: Die Frage ist halt meistens nicht so sehr geben mir andere keine Rückmeldung sondern bin ich offen dafür.

00:41:18: also will ich das überhaupt wissen weil die Themen wenn das jetzt wirklich ein Thema von mehr sagen wir mal dieses Thema Angst vor Kontrollverlust.

00:41:25: Ich habe eigentlich ein bisschen Angst davor vor der Autonomie des Kindes.

00:41:28: Das stresst mich ein bisschen, dass das Kind so seinen eigenen Willen hat.

00:41:31: Am liebsten würde ich das alles so ein bisschen geregelt läuft und nicht kontrollieren kann.

00:41:35: Dann hab' ich das ja aus einem bestimmten Grund Und meistens hat er was mit mir in meiner Geschichte zu tun.

00:41:40: Da ist etwas, was mir Angst macht.

00:41:41: Vielleicht habe ich in meinem Leben mal die Erfahrung gemacht Wenn ich nicht die Kontrolle habe dann passiert etwas ganz Schlimmes.

00:41:47: Und wenn mich jetzt jemand damit konfrontiert und mir sagt Du bist immer so kontrollierend mit deinem Kind trifft es bei mir ja einen wunderen Punkt.

00:41:54: Das ist ja meistens was, das ist mir unangenehm.

00:41:56: Das ist eine verletzte Stelle bei mir.

00:41:58: da habe ich ja extra so ein System gebaut damit ich mich nicht so fühlen muss und jemand sagt jetzt fühle dich mal so.

00:42:03: Und es ist eher üblich dass man damit mit Abwähre agiert und sagt Es geht aber nicht anders.

00:42:08: und jetzt ja kann er sein dass da in dem Buch so steht Aber bei mir ist es anders und mein Kind will ihn nicht.

00:42:13: und so Ich kann nicht anders.

00:42:15: Und was glaube ich von uns gefordert ist Dass wir versuchen uns zu öffnen und es mal wegtun von so einem Schulddiskurs.

00:42:22: Es geht nie um die Frage schuld, sondern es geht immer um die frage sich besser verstehen das seinem kind schenken dass man sich mit sich selber auseinander setzt dass man mal versucht was man von rückmeldungen bekommt aufs ich wirken zu lassen ohne sie gleich wegzusortieren weil sich unangenehm anfühlt oder ärgerlich anfühle oder wenn man sich gekränkt fühlt oder wenn er sich schuldig fühlt.

00:42:45: ist das für Veta schwieriger als zur mütter?

00:42:48: Ich glaube schon.

00:42:50: Also ich habe keine Statistiken dazu.

00:42:52: Aber ich glaube, dass es Männern schwerer fällt in so eine Position zu kommen sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen ja ein bisschen auf Sicht zu schauen.

00:43:03: Ich glaube das in der Sozialisation das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun sondern mit der Sozialization.

00:43:07: Das ist bei Frauen eher nochmal in der Geschichte so.

00:43:09: erlernt wird sich zurücknehmen Aufsicht mal schauen seine eigenen Bedürfnisse ein bisschen zurückstellen Bei Männern ist schneller als Zeichen von Schwäche Erlebt wird, also jemand kritisiert mich.

00:43:21: Also mache ich was falsch?

00:43:22: Also bin ich anscheinend nicht gut?

00:43:24: Das muss sich abwehren!

00:43:25: Ich muss mich verteidigen und rechtfertigen, dass so der Reflex bei Männern eher mal kommt.

00:43:30: Aber man kann es auch nicht global sagen, sondern man würde solche und solche finden in allen Gucken.

00:43:36: Bei, sagen wir mal diese Art von Aufverbreitung oder bei diesem Status den du gerade beschrieben hast welche Rolle spielen die Eltern aktuelle Verhältnisse?

00:43:47: dann zu den Eltern ist da eigentlich, alles verloren oder wird es sich so weiterhin fließt dahin?

00:43:58: Oder kann man's noch aktiv?

00:43:59: Kann man Dinge drehen?

00:44:02: Ja finde ich schon.

00:44:03: Also auch wenn die Eltern nur man selbst halt schon jetzt erwachsen ist und jetzt nicht mehr darum geht das man als Kind was sich auseinander setzt.

00:44:11: aber in meiner Erfahrung ist dass das etwas sehr wichtiges und sehr wertvolles ist.

00:44:16: Es kommt ein bisschen aufs Elternhaus drauf an.

00:44:18: Also wenn man in so einem Prozess reinkommt, dann verändert man sich erinnerlich auch sieht Dinge anders.

00:44:25: und es ist jetzt die Frage wie weit gehen die Eltern so einen Prozess mit?

00:44:29: Haben sie auch an dem Prozess teilgenommen?

00:44:31: sind die auch daran interessiert?

00:44:32: das kann ja sein.

00:44:33: also dass Eltern im Verlauf der Zeit durch ihre Erfahrungen jetzt Dinge auch anders sehen.

00:44:39: Und vielleicht zum Beispiel merken wir eigentlich da war ich zu streng und es tut mir leid Wenn jetzt das erwachsene Kind in ein Gespräch kommt, können Eltern das sagen und vielleicht auch Dinge mal ein bisschen richtig stellen.

00:44:52: Ich finde für einen erwachsenen Menschen ist die Erfahrung auch total wichtig von seinen Eltern zu hören, nee du warst nicht falsch sondern ich hatte den Stress.

00:44:59: Ich habe gemerkt, ich hab mein Thema gehabt Und es tut mir leid.

00:45:04: Ich kann die Geschichte dadurch nicht ändern aber es hat was Versöhnendes und Heilsames.

00:45:08: Was kann auch sein dass die Eltern dazu nicht bereit sind und quasi auf denselben Schemattha bleiben Und dann kommt man nicht weit, wenn man über solche Gespräche sucht.

00:45:18: Das heißt reden lohnt sich immer oder zumindest versuchen und man kann immer davon ausgehen dass der Fluss der Erfahrung jeden mitnimmt?

00:45:30: Ja das würde ich so pauschal nicht sagen.

00:45:31: also es kann auch sein dass es sich etwas verhärtet.

00:45:34: Also dass man voneinander der Flüssteerfahrung einen noch wegtreibt von den Eltern und man vielleicht gerade Wir beobachten das viel, wenn Menschen Psychotherapien machen sich ganz woanders hin entwickelt und plötzlich merkt ich bin weit abgetrifftet von dort wo meine Eltern sind.

00:45:50: Und es ist schwierig in ein Gespräch zu kommen und ich ärger mich sofort Ich komme sofort wieder in die Rolle Es kommt gleich wieder diese Gedanken und alles was ich schon kenne und ich finde keinen Weg mit meinen Eltern das zu besprechen auf eine Weise Ja dass das irgendwas Versöhnliches hat.

00:46:05: Ich finde damit muss man auch leben können.

00:46:06: da muss man finde ich irgendwie auch Man ist ja erwachsen, sein Leben für sich leben und die Kontaktstellen wie sie halt da sind.

00:46:13: Es heißt ja nicht dass man Kontakt abbrechen muss aber halt das man seine Ansprüche und seine Erwartungen vielleicht auch ein bisschen anpasst dem was den Eltern möglich ist und sagen wir das Glück was man sich ersehnt vielleicht vor anders sucht als im eigenen Elternhaus.

00:46:26: Das kann schon auf das Resultat auch sein.

00:46:29: Das wäre tatsächlich jetzt meine letzte Frage gewesen, weil es ist ja total schön wenn man mit den Eltern spricht als du hattest vorhin diesen fünfundvierzigjährigen Mann genannt irgendwie.

00:46:38: Als gestandener Mann und die Eltern auch sich einsichtig zeigen sagen okay da hatten wir unser Problem.

00:46:43: aber wenn sie sich halt nicht einsichtig zeigt und abwehren ist das natürlich schlößt man gegen eine Mauer sozusagen und das kann ja aber nicht das Ende für meine Entwicklung sein.

00:46:59: Es kann ja sogar auch wieder verletzen, dass man dann eigentlich wie sich wieder so verletzt und gekränkt fühlt.

00:47:03: Und es kann einen sehr binden an die Eltern.

00:47:06: also das man eigentlich die ganze Zeit auch das sieht man nicht zu selten immer wieder versucht die Eltern dann doch davon zu überzeugen dass man doch gut ist.

00:47:14: schau mal was ich für Leistungen bringen macht alles mögliche und die Eltern sehen's einfach wieder nicht nur weil das deren Thema ist weil sie das vielleicht aus bestimmten Kunden gar nicht können.

00:47:23: Und die Aufgabe dann, als Erwachsenes Kind ist eigentlich sich davon zu lösen.

00:47:27: Also sein Selbstgefühl unabhängig zu machen von dem wie einen die Eltern sehen.

00:47:32: Dass man den Selbstwert die Anerkennung woanders finden kann und nicht immer wieder gegen diese Wand rennt.

00:47:38: Das ist ein bisschen traurig dann irgendwie auch weil das heißt dass zwischen den Generationen auch was verloren geht an Bindung.

00:47:45: aber letztlich ist es manchmal nur der einzige Weg der möglich ist um für sich sein Leben zu leben wie man es gerne leben möchte.

00:47:55: Ach ja, die Themen der Beziehung.

00:48:01: Wie immer haben wir sehr viele viel mehr Fragen nur leider nicht so viel Zeit und deswegen habe ich eine letzte Frage ist dann Marco Gretzsch mir dazwischen?

00:48:12: Mir geht es genauso wie dir aber zum Glück gibt es ja dieses tolle Buch.

00:48:15: Ich halte einmal in die Kamera für alle die uns sich nur hören sondern auch sehen dass vielleicht die ein oder andere Frage zusätzlich da noch beantwortet.

00:48:23: Gut.

00:48:24: Nein, stell gerne deine Frage!

00:48:26: Deswegen habe ich unsere Standardletzte-Frage für heute und zwar haben wir eine Spotify Playlist von den echten Papas wo wir von oder die wächst um von Song zu Song von Folge zur Folge und das sind vor allen Dingen immer die Wünsche unserer Gesprächspartnerinnen und Partner.

00:48:47: und ja deswegen würde mich interessieren oder würde uns interessieren Welches Lied wir für dich hinzufügen dürfen?

00:48:55: Also, ich hatte mehrere überlegt.

00:48:59: Wollen wir eine eigene Playliste für dich einrichten?

00:49:01: Ja

00:49:02: genau!

00:49:02: Wir können eine eigene Playliste.

00:49:04: Aber ich glaube, ich entscheide mich für Pink Floyd mit Another Brick in the Wall wenn ihr das nicht schon habt.

00:49:11: Weil es

00:49:11: ja viel um Erziehung geht und eigentlich... Das ist ein bisschen die Quinter-Sensor unseres Buches und wie wir darüber denken Es eigentlich gar nicht so sehr um Erziehung geht, sondern um Beziehung und miteinander in Beziehungen zu kommen.

00:49:27: Und dass wir diese ganzen Themenerziehung wie mache ich es richtig?

00:49:30: Und was ist die richtige Methode, um bei meinem Kind XY zu bewirken?

00:49:34: Eigentlich hinter uns lassen sollten und eher in die Frage kommen sollten, wie wir miteinander eine gute und tragende Bindung kommen.

00:49:41: Da ist das wieder das Wort Beziehungs-

00:49:45: Wichtige letzte Worte, schöner Titel der auf unsere Playlist von Spotify kommt.

00:49:50: Auf die echte Papa-Playlist, die ihr... Achtung jetzt kommt etwas Werbung in eigener Sache!

00:49:54: Die ihr genauso abonnieren könnt wie unseren Podcast natürlich selbst.

00:49:57: Abonnieren, anhören weiter sagen bewerten und wo wir schon bei Werbung sind.

00:50:03: sprechen wir noch einmal kurz über dich und Cecil.

00:50:06: Ihr habt dieses Buch neu auf dem Jahrmarkt.

00:50:09: Jetzt bin ich schon wie meine Eltern über das hier gerade gesprochen haben Sehr schön Podcast, der sozusagen nicht nur Elternthemen behandelt sondern generell alles was die Psychoanalytik so hergibt.

00:50:22: Wenn man ansonsten noch mehr über euch erfahren will gibt's irgendeinen Social Media Account wo man euch tagtäglich sehen kann und verfolgen was so los ist bei euch im Haus?

00:50:35: Also tagtäglich schauen wir es jetzt nicht ganz.

00:50:37: Wir sind ja nicht so mega Social Media affin, aber wir haben ein Instagram-Kanal und auf dem teilen wir regelmäßig was.

00:50:43: wir machen ab und zu auch mal ein kleines Video und beißen auf unsere neuen Folgen mit uns am Podcast hin und Ähnliches.

00:50:50: also Instagram rätsel des unbewussten heißt der Kanal.

00:50:54: Und wird es jetzt vermehrt auch noch älter Themen geben?

00:50:58: Also das ist ja tatsächlich eine Erziehungsratgeber-Dinne, also wenn man Ratgeberschreiben sagen mag.

00:51:06: Geht ihr da verstärkt in die Richtung einfach durch eure private Situation mit einer dreijährigen Tochter?

00:51:15: Auf jeden Fall!

00:51:16: Das ist immer so ein bisschen der Anlass sich mit Dingen zu beschäftigen wie sie einem halt im Alltag begegnen.

00:51:23: Wir haben jetzt eine Folge, gut da ist jetzt unsere Tochter noch nicht.

00:51:25: Aber das gibt trotzdem halt oft ein Thema dazu.

00:51:28: Pubertät, Adoleszenz, Jugendzeit, worauf es daran kommt... wir werden uns aber auch mit dem Thema Alter beschäftigen den nächsten.

00:51:36: Also Psychiotherapie von älteren Menschen also zum Beispiel alternden Eltern und auch dass es ja für viele Menschen ein großes Thema.

00:51:44: wie gehe ich damit um wenn die Eltern ganz alt werden?

00:51:47: Stimmt, ja.

00:51:48: Das ist so ein großer Thema glaube ich.

00:51:51: Denke ich auch Gut, also es gibt noch viel zu besprechen Jakob.

00:51:55: Ich hoffe du warst dich zum letzten Mal bei uns zu Gast aber an dieser Stelle erst mal vielen vielen Dank für deine Zeit!

00:52:01: Vielen vielen dank für euer schönes Buch.

00:52:03: viele Grüße an seine Frau Cecil die heute leider nicht dabei war.

00:52:07: auch die hätten wir gerne noch zur Wort kommen lassen Aber vielleicht beim nächsten

00:52:11: Buch Das legen immer Liste alle Sätze an die von meinen Eltern kommen.

00:52:18: Wenn man sich damit

00:52:19: mache, vielleicht verbrenn ich es

00:52:20: hier auch.

00:52:22: Sehr reinigen kann das

00:52:23: sein.

00:52:25: Vielen Dank!

00:52:27: Hat mir sehr Freude gemacht, ja bis zum nächsten Mal.

00:52:29: Uns auch und alle anderen hören wir in zwei Wochen wieder.

00:52:32: Bis dann, machts

00:52:33: gut,

00:52:34: tschüss!

Über diesen Podcast

Der Podcast der Echten Papas ist die Anlaufstelle für alle Väter – und die Menschen, die es werden wollen! Wir, Marco vom DAD Mag und Florian, sprechen offen über die Freuden, Herausforderungen und Konflikte des Vaterseins und geben Impulse für Veränderung. Mit spannenden Gästen wie Müttern, Vätern, Experten und Coaches setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der Väter ihre Rolle selbstbewusst und aktiv leben können.

Von Vereinbarkeit und mentaler Gesundheit bis hin zu Erziehung und Väterrechten – wir sind die Stimme für moderne Väter und ihre Themen. Werdet Teil unserer Community, hört rein und bewegt mit uns die Väterwelt!

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